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Astrazeneca: Kreis Euskirchen setzt Impfung für Frauen unter 55 vorerst aus

Corona : Kreis Euskirchen setzt Astrazeneca-Impfung für Frauen unter 55 vorerst aus

Der Kreis Euskirchen hat nach dem Tod einer 47 Jahre alten Frau die Impfungen mit Astrazeneca bis auf Weiteres gestoppt. Auch eine jüngere Frau hatte eine Thrombose entwickelt. Die Fälle sollen untersucht werden. Gleiches gilt für einen Todesfall in Essen. Ob es einen Zusammenhang mit der Impfung gibt, ist unklar.

Am 7. März wurde ein 36-Jähriger im Kreis Kleve mit dem Impfstoff von Astrazeneca geimpft. Das bestätigte das Uniklinikum Essen auf Nachfrage. Informationen unserer Redaktion zufolge stammt der Mann aus Goch. „Der Patient wies keine bedenklichen Vorerkrankungen auf“, sagte ein Sprecher des Krankenhauses. Zehn Tage später ist der Mann mit einer Lungenembolie in ein Krankenhaus eingeliefert und wenig später ins Universitätsklinikum nach Essen verlegt worden. Zu dem Zeitpunkt litt er schon unter schweren neurologischen Symptomen, er war halbseitig gelähmt und lag im Koma. Die neurologischen Ärzte in Essen stellten eine Sinusvenenthrombose sowie eine schwere Blutung fest. Am vergangenen Mittwoch, den 24. März ist der Mann gestorben.

„Nach unserem Kenntnisstand handelt es sich bei der verstorbenen Person um einen relativ jungen Bürger aus dem Kreisgebiet. Wir haben die Information, dass derzeit die näheren Umstände des Todes untersucht werden“, sagt Landrätin Silke Gorißen. So soll beispielsweise geklärt werden, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen dem tragischen Tod dieses Mannes und einer Corona-Schutzimpfung mit dem Astrazeneca-Wirkstoff gibt. „Ob und wann es dazu Erkenntnisse gibt, vermag ich nicht abzuschätzen. Da die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein für das konkrete Impfgeschehen im Impfzentrum Kreis Kleve verantwortlich ist, liegen alle gesundheitlich relevanten Informationen in dieser Angelegenheit dort vor. Mein besonderes Mitgefühl gilt heute der Familie des verstorbenen Mannes, der ich für die kommende Zeit viel Kraft und Stärke wünsche“, sagt Landrätin Gorißen.

„Das Paul-Ehrlich-Institut wurde über den Verdacht einer Impfkomplikation entsprechend des Infektionsschutzgesetzes umgehend informiert“, heißt es von der Uniklinik Essen dazu. Es ist nicht der erste Fall aus NRW, den das Institut derzeit untersuchen muss.

Kreis Euskirchen setzt Impfungen aus

Nachdem eine geimpfte Frau (47) aus dem Kreis Euskirchen vergangene Woche gestorben war, ist dem Kreis nun der Verdacht auf „eine schwerwiegende Erkrankung“ einer 28-Jährigen nach der Impfung mit Astrazeneca gemeldet worden. Beide hatten eine Sinusvenenthrombose erlitten. Der Kreis Euskirchen hat am Montag daraufhin die Corona-Schutzimpfung von Frauen unter 55 mit dem Wirkstoff von Astrazeneca vorläufig gestoppt. „Dabei handelt es sich um eine vorsorgliche Maßnahme, bis die zuständigen Fachdienststellen zu einen endgültigen Bewertung gekommen sind“, hieß es in einer Mitteilung.

Zuvor seien Rückfragen bei den übergeordneten Behörden damit beantwortet worden, dass das Paul-Ehrlich-Institut „die Vorgänge gewissenhaft prüfe, eine abschließende Stellungnahme jedoch nicht erfolgen könne“, so der Kreis. Landrat Markus Ramers (SPD) habe mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und seinem Staatssekretär telefoniert, „die sich persönlich für eine zeitnahe, abschließende Klärung durch die Fachleute einsetzen.“

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Der Tod der Frau war dem Gesundheitsamt laut Kreis Euskirchen am vergangenen Freitag durch den verantwortlichen Arzt des regionalen Impfzentrums gemeldet worden, der die Informationen von der behandelnden Klinik erhalten hatte. Auch der neuerliche Fall sei von dem Arzt gemeldet worden, „nachdem er entsprechende Informationen von der behandelnden Klinik erhalten hatte.“ Die 28 Jahre alte Patientin sei in einem stabilen Zustand und werde in einer Spezialklinik versorgt, so der Kreis in einer Mitteilung.

Die Impfungen mit Astrazeneca für Männer sowie für Frauen über 55 gehen im Kreis Euskirchen ebenso wie geplant weiter wie die Impfungen mit dem Biontech-Vakzin. Ob der Kreis Kleve nun Impfungen mit Astrazeneca aussetzen will, ist noch nicht bekannt.

Die europäische Arzneiagentur Ema hat nach dem Aussetzen der Impfung ähnliche Fälle intensiv geprüft und ist vor kurzem zu dem Ergebnis gekommen, dass ein zeitlicher, aber kein ursächlicher Zusammenhang zwischen Impfung und Thrombose besteht. Die Ema hat den Impfstoff wieder freigegeben mit dem Hinweis, dass das Risiko eine Covid-Erkrankung sehr viel höher sei als das, an einer Thrombose zu erkranken.

(siev/lukra/dpa)