1. Panorama
  2. Coronavirus

Astrazeneca-Impfung: Termine in NRW-Impfzentren können nicht verlegt werden

NRW-Impfzentren : Termine für Astrazeneca-Impfungen können nicht verlegt werden

41 Prozent der Erwachsenen in NRW bekamen schon eine Spritze, Ende des Monats könnte die Impfquote bei 50 Prozent liegen. Zweittermine mit Astrazeneca in Impfzentren werden nicht vorgezogen, weil es angeblich organisatorische Probleme gibt, erklärt das Ministerium.

In NRW waren am Freitag bereits 6,1 Millionen Menschen mindestens einmal immunisiert worden, gab das Robert-Koch-Institut am Samstag bekannt. Dies sind 34 Prozent aller 17,9 Millionen Menschen in NRW. Bezogen auf die 14,9 Millionen volljährigen Bürger, auf die praktisch alle Impfungen entfallen, kommt NRW auf eine Impfquote von 41 Prozent. Im Mai sollen in den Impfzentren 750.000 Erstimpfungen stattfinden, gab das Land bekannt. Alleine dadurch käme NRW unter Erwachsenen auf eine Impfquote von 46 Prozent; die Hausarzttermine dürften dann zu einer Quote von weit mehr als 50 Prozent führen.

Komplett geimpft sind in NRW aktuell 1,5 Millionen Menschen, das sind 8,4 Prozent der Einwohner im bevölkerungsreichsten Bundesland. Im Mai haben 1,25 Millionen Menschen allein in den Impfzentren einen zweiten Termin. Inklusive Terminen bei Ärzten könnte also Ende des Monats eine Quote von 15 Prozent komplett Geimpften zusammenkommen.

Nach Angaben des Landes sind für Mai Termine für Menschen aus der Personengruppe mit Priorität 3 in den Impfzentren „fast ausgebucht“. Dazu gehören etwa Lehrer an weiterführenden Schulen. Wer keinen Termin hat, soll sich an einen Hausarzt wenden. Dort würden nun die Impfungen „weiter Fahrt“ aufnehmen, so das Land. Diese Ärzte dürften nun Personen mit Priorität 3 immunisieren, sofern sie keine Patienten der Priorität 1 oder 2 mehr zu impfen haben. Das nütze vorrangig Menschen älter als 60 Jahre und chronisch Kranke, so das Ministerium von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).

Mit dem umstrittenen Impfstoff von Astrazeneca kann währenddessen jedermann von den Hausärzten versorgt werden, sofern er oder sie dies will und sofern die Person gut über Risiken aufgeklärt wurde. Überwiegend Dosen dieses Vakzins wurden am Wochenende für eine ungewöhnliche Aktion genutzt: In der Kölner Ditib-Zentralmoschee im Stadtteil Ehrenfeld wurden am Samstag 1450 Menschen geimpft, am Sonntag standen weitere rund 1100 Impfdosen zur Verfügung. Nicht nur Mitglieder der muslimischen Gemeinde durften kommen.

Es geht darum, die Impfstoffe in Bevölkerungskreisen zu verbreiten, die überdurchschnittlich oft von Corona betroffen sind und die sich eventuell trotzdem besonders selten impfen lassen.

Die Impfzentren bieten mangels Vorräten aktuell keine neuen Termine für Erstimpfungen mit Astrazeneca an. Wenn es wieder Material gibt, dürfen Bürger den Zeitraum zwischen erster Impfung und zweiter Impfung auf vier statt zwölf Wochen verkürzen. Das haben die Gesundheitsminister der Länder vereinbart. Sie wollen so offensichtlich Bürger ködern, die in Urlaub fahren wollen.

  • Eine Impfärztin des Düsseldorfer Impfzentrums impft
    Keine Terminänderungen : NRW-Impfzentren verkürzen Abstand bei Astrazeneca nicht nachträglich
  • Aktuelle Corona-Impfzahlen für Deutschland : Zahl der Corona-Impfungen in Deutschland steigt um 1,0 Million auf rund 68,2 Millionen
  • Aktuelle Corona-Impfzahlen für NRW : Quote der Erstgeimpften steigt auf 53,8 Prozent - 66.760 neue Erstimpfungen in NRW

Für diejenigen, die ihre erste Astrazeneca-Impfung in einem Impfzentrum hatten, hat das NRW-Gesundheitsministerium eine bittere Pille: Sie dürfen den zweiten Piks nicht vorziehen. Der „organisatorische Aufwand“ sei zu groß, behauptet die Behörde. Tatsächlich hatten einige Menschen eine solche Terminverlegung erreicht. Die Schutzwirkung sei allerdings bei zwölf Wochen am höchsten, erklärt das Land.