Suche nach Corona-Impfstoff Astrazenca meldet Erfolg bei Impfstoff-Test an Älteren

Düsseldorf · Astrazeneca und Johnson&Johnson setzen ihre Studien nach Unterbrechungen fort. Die Briten melden Erfolge. Im ersten Halbjahr 2021 soll es den Impfstoff geben, hofft man.

 Die Tests laufen weiter.

Die Tests laufen weiter.

Foto: dpa/Christoph Schmidt

Bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus geht es nach der Unterbrechung wichtiger Studien wieder voran: Der britische Konzern Astrazeneca und der US-Konzern Johnson&Johnson haben die klinischen Tests ihrer Impfstoff-Kandidaten wieder aufgenommen. Astrazeneca meldete auch gleich einen ersten Erfolg: Bei älteren Menschen  sei eine „robuste Immun-Reaktion" entstanden, berichtet die „Financial Times".

Der Impfstoff, den Astrazeneca mit der Universität Oxford entwickelt, habe bei Älteren schützende Antikörper und T-Zellen ausgelöst. Studien im Sommer hatten bereits gezeigt, dass der Impfstoff bei gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 55 Jahren eine „robuste Immunantwort" hervorrief. Es sei ermutigend, dass die Ergebnisse bei jüngeren und älteren Erwachsenen ähnlich ausfielen, sagte ein Astrazeneca-Sprecher. Ältere haben ein besonders hohe Risiko, bei einer Infektion einen  schweren Krankheitsverlauf zu erleiden.

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock erklärte, der Impfstoff sei noch nicht fertig, man bereite aber die Logistik für eine mögliche Einführung vor. Mit dieser rechne er in der ersten Hälfte 2021. Auch der Chef des deutschen Entwicklers Curevac, Franz-Werner Haas, rechnet mit einem Impfstoff im ersten Halbjahr. Die Tübinger testen gerade an 30.000 Probanden.

Johnson&Johnson hatte vor zwei Wochen seine Studie nach der Erkrankung einer Testperson gestoppt. Eine gründliche Auswertung habe aber keine Hinweis darauf ergeben, dass der Impfstoff Auslöser der Erkrankung war, teilte der Konzern mit. Astrazeneca hatte seine Studien gestoppt, nachdem es bei einer Probandin zur Entzündung des Rückenmarks gekommen war. Weil man aber auch hier keinen Zusammenhang zwischen Impfstoff und Erkrankung feststellen konnte, gaben als letztes Land die USA den Test wieder frei. In Brasilien war ein Proband gestorben, er hatte aber nur das Placebo bekommen.

Nach einer Umfrage des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) würden sich 70 Prozent der Deutschen gegen das Corona-Virus impfen lassen. Rund die Hälfte wäre auch für die Einführung einer Impfpflicht. Ein Zwang, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, könnte laut DIW eine Alternative zu anderen Zwangsmaßnahmen wie Kontaktbeschränkungen und Sperrstunden sein.

(anh/rtr)
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