Corona-Einschränkungen in NRW Laschet nennt konkrete Ansätze für Lockerung der Maßnahmen

Düsseldorf · Nach vorsichtigen Vorstößen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet nun darüber gesprochen, wie erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen aussehen könnten. Er spricht sich für einen klaren Fahrplan aus.

 Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.

Foto: dpa/Federico Gambarini

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat ein Kriterium für eine mögliche Öffnung des Corona-Lockdowns genannt. „Sind die Regeln für den richtigen Abstand einhaltbar und gibt es dafür auch die richtigen Schutzmaßnahmen? Wenn das der Fall ist, kann man den flexiblen Einstieg wagen“, sagte der CDU-Politiker dem „Handelsblatt“. „Wir müssen die Menschen gezielter als durch pauschales Schließen schützen“, sagte er mit Blick auf die einschneidenden Beschränkungen im Alltagsleben.

Vor dem Treffen der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer am Mittwoch sagte er: „Wir brauchen einen klaren Fahrplan, durch den das öffentliche und wirtschaftliche Leben wieder ins Laufen kommt.“

Mit Blick auf den Einzelhandel betonte Laschet, dass der Zustand, dass viele Geschäfte geschlossen sind, „nicht viel länger andauern darf, wenn wir keine Massenpleite und eine folgende neue Massenarbeitslosigkeit erleben wollen“. Bei Bäckereien etwa würden die Abstandsregeln bereits jetzt weitgehend eingehalten. "Warum soll das nicht für kleine Einzelhandelsgeschäfte gelten?"

Auch zur Autoindustrie äußerte er sich. Die Produktion sei dort teils auch eingestellt worden, weil Autohäuser geschlossen wurden. „Hier könnte man auch unter Einhaltung der Abstandsregeln Kunden in die Geschäfte lassen.“ Dies könne ein Anreiz für die Industrie sein, wieder zu produzieren.

Bei der Öffnung der Gastronomie will Laschet sehr sorgsam abwägen und in kleinen Schritten vorgehen. "Ich kann mir vorstellen, dass man zwischen den Tischen klare Abstandsregeln einhält. Ich glaube jedenfalls, dass eine große Kreativität bei Bürgern und Unternehmern entsteht, wenn man ihnen die Rückkehr in den Alltag öffnet", sagte er.

Bei den Lockerungen könne man auch regional abgestuft je nach Zahl der Infizierten vorgehen, so Laschet. Für einen Schulstart brauche man jedoch ein bundeseinheitliches Signal.

(ala/dpa/rtr)
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