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Afrika: Mehr Grenzschließungen aus Angst vor Pandemie

Extrem schneller Ausbruch : Mehr Grenzschließungen in Afrika aus Angst vor Pandemie

In Afrika gibt es laut Weltgesundheitsorganisation nicht ausreichend Corona-Tests für Patienten. Etliche Länder auf dem Kontinent schließen ihre Grenzen. Südafrika verstärkt seine Zäune.

Zahlreiche Nationen in Afrika versuchen einer drohenden Coronavirus-Pandemie auf dem Kontinent mit Grenzschließungen entgegenzutreten. Doch die Länder dort erlebten derzeit eine „extrem schnelle Evolution“ des Ausbruchs, sagte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti. In 35 der 54 afrikanischen Länder sind Infektionsfälle gemeldet worden, die Gesamtzahl liegt bei fast 650. Der Senegal schloss am Donnerstag seinen Luftraum, Angola und Kamerun ihre Grenzen in der Luft, zu Land und auf See. Ruanda untersagte einen Monat lang alle kommerziellen Flüge.

Dass eine Menge Fälle unentdeckt blieben, glaube sie zwar nicht, sagte Moeti. Aber es gebe nicht genügend Tests, um Patienten auf das neue Virus zu prüfen. In 43 afrikanischen Ländern sind Tests möglich, bis zum Montag sollen sie 60 000 Tests bekommen.

In Südafrika sprang die Zahl der Infektionsfälle derweil von 116 auf 150. An den wichtigsten Grenzposten zum wirtschaftlich gebeutelten Simbabwe sollten auf beiden Seiten neue Zäune errichtet werden, kündigte Südafrika an. Ziel sei, infizierte Personen daran zu hindern, unentdeckt von einem ins andere Land zu gelangen. In Südafrika sind die meisten Fälle der Subsahara gemeldet worden - in Simbabwe kein einziger Fall.

In anderen afrikanischen Ländern wurde der Verkauf von Alkohol eingeschränkt. Ugandas Präsident Yoweri Museveni etwa erklärte: „Säufer sitzen eng zusammen. Während sie sprechen, kommt Speichel aus ihren Mündern. Sie sind eine Gefahr für sich selbst.“

Die US-Botschaft in Äthiopien gab eine Sicherheitswarnung heraus; es habe Berichte über Angriffe auf Ausländer gegeben, die beschuldigt worden seien, das Virus in sich zu tragen. Das Büro von Ministerpräsident Abiy Ahmed mahnte zu Ruhe: „Covid-19 steht nicht im Zusammenhang mit irgendeinem Land oder irgendeiner Nationalität. Es ist eine Herausforderung für die gesamte Menschheit.“

(ala/dpa)