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1720 Corona-Tote in Spanien: Pedro Sanchez will Ausgangssperre bis Mitte April verlängern

1720 Coronavirus-Tote in Spanien : Sanchez will Ausgangssperre bis Mitte April verlängern

Aufgrund der massiv ansteigenden Zahl von Infektionen und Opfern in der Corona-Krise will die spanische Regierung die landesweite Ausgangssperre bis zum 11. April verlängern. Mittlerweile sind mehr als 1700 Menschen der Krankheit erlegen.

Regierungschef Pedro Sánchez kündigte am Sonntag in Madrid an, dem Parlament einen entsprechenden Antrag vorzulegen. Am Wochenende hatte sich die Zahl der Todesfälle durch die Lungenkrankheit Covid-19, die durch das neuartige Coronavirus ausgelöst wird, ein weiteres Mal drastisch erhöht. Insgesamt starben in Spanien inzwischen mehr als 1700 Erkrankte.

Der Ministerrat werde die Verordnung über eine Verlängerung der Ausgangssperre am Dienstag bewilligen und dann den Abgeordneten vorlegen, sagte Sánchez. Er sei "überzeugt, dass das Parlament und die politischen Kräfte, aus denen es besteht, die nationale Notsituation verstehen werden, in der wir uns befinden", betonte er.

"Ich weiß, dass dies eine drastische Maßnahme ist", betonte Sánchez. Experten seien sich jedoch darin einig, dass die Ausgangssperre "eine effektive Maßnahme im Kampf gegen das Coronavirus" sei.

Bereits seit dem 14. März gelten in Spanien weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Die 46 Millionen Einwohner dürfen ihr Zuhause nur verlassen, um zur Arbeit zu gelangen, Einkäufe zu erledigen, Medikamente zu besorgen oder mit dem Hund Gassi zu gehen.

Spanien ist nach Italien das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land Europas. Allein zwischen Samstag und Sonntag starben nach Angaben der Regierung in Madrid fast 400 Menschen an den Folgen ihrer Coronavirus-Infektion. Dies entspricht einem Anstieg um 30 Prozent im Vergleich zum Vortag. Insgesamt sind damit in Spanien bereits 1720 Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Die Zahl der Infizierten lag am Sonntag bei 28.572.

Am Samstagabend hatte Sánchez sein Land auf "sehr harte Tage" eingestimmt. "Das Schlimmste kommt noch", sagte der Regierungschef bei einer Fernsehansprache. Das Land stehe vor der größten Herausforderung seit dem Spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939).

Bereits jetzt werden knapp 1800 Menschen in Spanien wegen ihrer Coronavirus-Infektionen auf Intensivstationen behandelt. Viele Spanier befürchten deshalb einen Kollaps des Gesundheitssystems.

Bei etwa zehn Prozent der nachgewiesenen Infizierten in Spanien handelt es sich laut dem Gesundheitsministerium um Mitarbeiter im Gesundheitswesen. "Das ist ein erhebliches Problem für unser Gesundheitssystem", sagte der im Gesundheitsministerium für Notfälle zuständige Koordinator Fernando Simón vor Journalisten.

Die Behörden haben 52.000 zusätzliche Mitarbeiter im Gesundheitswesen mobilisiert, darunter 14.000 pensionierte Ärzte und Krankenpfleger.

Am Sonntag war auch die Armee im Einsatz, um beim Transport Infizierter in ein provisorisches Krankenhaus auf einem Konferenzgelände in Madrid zu helfen. In der noch im Aufbau befindlichen Feld-Klinik soll es bald 5500 Betten geben. Es wäre dann die größte Klinik ihrer Art in Europa. Klinik-Direktor Antonio Zapatero sagte der Zeitung "El Mundo", 1300 Betten seien bereits aufgebaut worden. Insgesamt sollten am Wochenende demnach 300 Patienten in das Krankenhaus verlegt werden.

(felt/AFP)