1. Panorama

Corona & Urlaub 2021: Regeln für Italien, Holland, Griechenland, Kanaren, Österreich, Portugal, Spanien

Einreisebestimmungen, Ausgangssperren, Restaurants und Co. : Diese Regeln gelten derzeit in beliebten Urlaubsländern

Rund um Pfingsten ist eine Reise in bestimmte Urlaubsländer in der Theorie möglich - das Auswärtige Amt warnt allerdings davor. Immer mehr Länder planen noch im Mai weitere Lockerungsschritte. Wir geben einen Überblick.

Am 5. Juli starten in Nordrhein-Westfalen die Sommerferien. Wohin es in diesem Jahr in den Urlaub geht, das wüssten normalerweise längst schon die meisten Verbraucher. In diesem Jahr ist die Unsicherheit groß, da noch nicht abzusehen ist, wo Urlaub in Corona-Zeiten überhaupt möglich ist. Auch rund um das Pfingstwochenende wird es noch starke Einschränkungen geben.

Ferner weist die Bundesregierung immer wieder darauf hin, auf „nicht zwingend notwendigen Reisen“ ins Ausland zu verzichten. Ein grundsätzliches Reiseverbot besteht aber nicht. Diejenigen, die sich trotzdem für die Buchung einer Reise entscheiden, müssen flexibel sein und unter Umständen sogar um ihren Urlaub zittern, denn die Einreisebestimmungen in den Ländern können sich jederzeit ändern. Wir zeigen, welche Regelungen momentan für Touristen in beliebten Urlaubszielen gelten.

Hier sind Urlaube derzeit möglich

  • Balearen (Mallorca, Ibiza, Menorca, Formentera) Auf den spanischen Inseln gelten andere Regeln als auf dem Festland. Dort sind Urlaube grundsätzliche möglich. Einreisende müssen ein negatives PCR-Testergebnis vorlegen, das nicht älter als 72 Stunden sein darf. Auf den Balearen gilt eine nächtliche Ausgangssperre, an die sich auch Touristen halten müssen. Zwar ist die Außengastronomie geöffnet, doch Restaurants, Café und Bars müssen früher als gewohnt schließen.
  • Kanaren (Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote, Teneriffa, La Gomera, La Palma, El Hierro) Auch auf den Kanaren müssen Urlauber ein negatives PCR-Testergebnis vorlegen, das nicht älter als 72 Stunden ist. Dieses Testergebnis muss zusätzlich beim Einchecken in ein Hotel oder eine Unterkunft vorgelegt werden. Ferner müssen Urlauber für die Einreise ein digitales Gesundheitsformular ausfüllen und zwingend – so sie im Besitz eines Smartphones sind – die spanische Corona-App „Radar Covid“ installieren. Frühstens 15 Tage nach Urlaubsrückkehr darf diese deaktiviert werden, teilt das Auswärtige Amt mit. Zu den Einschränkungen auf den Kanaren: Es gelten zum Teil nächtliche Ausgangssperren, die aber je nach Insel variieren. Restaurants, Cafés und Bars müssen ihren Betrieb früher schließen.
  • Italien Derzeit sind touristische Reisen nach Italien möglich, die Bewegungsfreiheit ist allerdings stark eingeschränkt, denn das Reisen innerhalb des Landes ist nur mit triftigem Grund möglich. Für die Einreise wird ein negatives PCR- oder Antigen-Testergebnis benötigt, das nicht älter als 48 Stunden ist. Außerdem müssen sich Einreisende vorab online anmelden und sich unabhängig ihres Testergebnisses in eine fünftägige Quarantäne begeben. Ein weiterer negativer Test ist nötig, um diese im Anschluss zu verlassen. Diese Regelung gelten bis zum 15. Mai, danach sollen Lockerungen eintreten, wie Außenminister Luigi Di Maio ankündigte. Zunächst gilt in Italien aber eine landesweite, nächtliche Ausgangssperre. In Regionen mit niedrigen Corona-Zahlen ist die Außengastronomie geöffnet. Gleichzeitig gibt es einzelne Regionen, etwa Sardinien, in denen individuelle und schärftere Regeln erlassen wurden. Für den 2. Juni peilt Italien den Start der Sommersaison und damit zusätzliche Lockerungen an. Wie diese aussehen werden, ist derzeit noch nicht bekannt.
  • Griechenland Seit dem 19. April wird in Griechenland auf die siebentägige Quarantäne für Einreisende aus der EU verzichtet. Aber: Das gilt nur, wenn die Einreisenden mindestens seit zwei Wochen vollständig geimpft sind oder ein negatives PCR-Testergebnis vorlegen, das nicht älter als 72 Stunden ist. Urlauber müssen sich zudem spätestens 24 Stunden vor der Einreise online anmelden. Erste Hotels und die Außengastronomie haben mittlerweile geöffnet. Es gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Zudem gelten bis vorerst 14. Mai Reisebeschränkungen zwischen den Regionalbezirken. Ab dem 15. Mai will das Land wieder vollständig für den Tourismus öffnen.
  • Kroatien Für die Einreise nach Kroatien benötigt man ein negatives PCR-Testergebnis, das nicht älter als 48 Stunden ist. Auch die Einreise nach einem negativen Antigen-Schnelltest ist möglich. Dieser muss dann aber innerhalb von zehn Tagen wiederholt und bestätigt werden. Sonderregelungen gibt es auf der Balkanhalbinsel für Geimpfte, die ihre zweite Impfung spätestens 14 Tage im Voraus erhalten haben, sowie diejenigen, die nachweisen können, dass sie sich von einer Corona-Infektion erholt haben (zum Beispiel durch ein ärztlich ausgestelltes Zertifikat). Beide Personengruppen dürfen auch ohne Test nach Kroatien einreisen. Überdies werden für die Dauer des Aufenthalts die Kontaktdaten aller Reisenden registriert. Das Hinterlegen der Daten ist online möglich. In Kroatien ist die Außengastronomie geöffnet, an Stränden kann es Zugangsbeschränkungen und weiterführende Auflagen geben.
  • Niederlande Die niederländische Regierung bittet darum, auf Reisen in das Land zu verzichten. Möglich sind sie dennoch. Wer für einen Urlaub in die Niederlande einreist, benötigt ein negatives Testergebnis, das nicht älter als 24 Stunden ist. Aber: Laut des Auswärtigen Amtes sollen sich Reisende aus Deutschland „dringend“ in eine zehntägige Hausquarantäne begeben. Nach fünf Tagen kann man sich erneut testen lassen, um die Quarantäne mit einem negativen Testergebnis vorzeitig zu beenden. Flugreisende müssen überdies ein Gesundheitsformular ausfüllen und mitführen. Für die Rückreise nach Deutschland gelten Regeln, die je nach Bundesland variieren können. Am 28. April wurden in den Niederlanden der Lockdown und die nächtliche Ausgangssperre beendet. Die Außengastronomie ist geöffnet, das Shoppen ohne Termin und in nicht essentiellen Geschäften ist möglich. Der Öffnungsplan der Niederlanden, der Freiheiten für Bürger und Urlauber bringen soll, verläuft in mehreren Schritten bis Anfang Juli – also passend zu den Sommerferien in NRW. Allerdings wurden bereits die für den 11. Mai geplanten Lockerungen, unter anderem die Öffnung von Zoos, Vergnügungsparks und Sporteinrichtungen, um mindestens eine Woche verschoben.
  • Belgien Nicht-essentielle Reisen nach Belgien sind seit dem 19. April wieder möglich. Allerdings muss spätestens 48 Stunden vor Einreise ein Reiseformular ausgefüllt und elektronisch versendet werden. Zudem müssen Urlauber bei der Einreise ein negatives PCR-Testergebnis mit sich führen, das nicht älter als 72 Stunden ist. Aber: Eine siebentägige Quarantäne ist dennoch Pflicht. Am siebten Tag dieser müssen sich Urlauber erneut Testen lassen, ist das Ergebnis negativ, wird die Quarantäne beendet. Von all diesen Regeln ausgenommen sind Reisende, die nicht länger als 48 Stunden in Belgien bleiben. Ferner greifen in Belgenbald Lockerungen: Ab dem 8. Mai soll die Außengastronomie wieder öffnen und die nächtliche Ausgangssperre wegfallen. Shoppen ohne Terminvereinbarung ist seit Ende April wieder möglich.
  • Frankreich Vor touristischen Reisen nach Frankreich wird gewarnt, allerdings können Deutsche nun wieder tagsüber zwischen 6 und 19 Uhr ohne triftigen Grund einreisen. Dazu wird ein negatives PCR-Testergebnis benötigt, das nicht älter als 72 Stunden ist. Außerdem ist vor der Einreise ein Gesundheitsformular auszufüllen. Touristische Attraktionen sind in Frankreich zwischen 19 und 6 Uhr geschlossen. Einige Hotels haben mittlerweile wieder geöffnet. Frankreich plant, ab dem 19. Mai die Außengastronomie zu öffnen. Auch Theater und Museen sollen dann nachziehen. An den Grenzen kann es zu verschärften Kontrollen und Wartezeiten kommen.
  • Schweiz Grundsätzlich ist die Einreise in die Schweiz für Deutsche möglich. Allerdings müssen sich Urlauber aus von der Schweiz deklarierten Risikogebieten in Quarantäne begeben und ein negatives PCR-Testergebnis vorlegen, das nicht älter als 72 Stunden ist. NRW gilt für den Alpenstaat derzeit nicht als Risikogebiet – Thüringen und Sachsen hingegen schon. Die Pflicht, ein Testergebnis vorzulegen, gilt überdies für alle Flugreisenden und Urlauber, die per Bahn oder Bus einreisen. Hotels und Campingplätze sind zum Großteil geöffnet. Seit dem 19. April dürfen Restaurants und Bars auch wieder die Außenbereiche öffnen.
  • Türkei Reisende müssen bei der Ein- und Ausreise ein negatives PCR-Testergebnis vorlegen. Bei der Einreise darf dieses maximal 72 Stunden alt sein, bei der Ausreise maximal 48 Stunden. Alle Flugreisenden müssen innerhalb von 72 Stunden vor der Reise ein elektronisches Formular ausfüllen. Aktuell gibt es eine nächtliche Ausgangssperre und einen landesweiten Lockdown bis zum 17. Mai. Beides gilt allerdings nicht für Touristen gilt.
  • Ägypten Einreisende müssen ein negatives PCR-Testergebnis vorlegen, das nicht älter als 72 Stunden ist. Eine Sonderregel gilt hingegen bei einer Einreise vom Flughafen in Frankfurt: Dann darf das Testergebnis sogar bis zu 96 Stunden alt sein. Und: Das Testergebnis muss in englischer oder arabischer Sprache angefertigt sein..

Hier sind Urlaube derzeit nicht möglich

  • Spanien Auf dem Festland ist in zahlreichen Regionen, wie zum Beispiel Andalusien, die Einreise nur aus einem triftigen Grund, nicht aber zu einem touristischen Zweck, möglich. Bis zum 9. Mai ist in Spanien der „nationale Gesundheitsnotstand“ ausgerufen, das auf dem Festland die Ausgangssperre ermöglichte. Allerdings wurde Notstand nicht verlängert. Dadurch legen die jeweiligen Regionen jetzt ihre eigenen Maßnahmen fest. So stehen zwar Lockerungen für Touristen bevor. Gleichzeitigt sorgt das für Unklarheiten und Klagen, wer welche Beschränkungen erlassen darf.
  • Portugal Derzeit sind touristische Reisen nach Portugal nicht möglich. Die Regierung plant nach eigenen Angaben, im Sommer die Einreise für vollständig geimpfte Touristen ohne einen zusätzlichen Test zu ermöglichen, wenn der digitale Impfpass der EU einsatzbereit ist.
  • Österreich Derzeit sind touristische Reisen nach Österreich nicht möglich. So ist unter anderem die Beherbergung zu touristischen Zwecken in Hotels und Unterkünften untersagt. Der Lockdown für Hotels und Gastronomie gilt weiterhin. Österreich plant ab dem 19. Mai Öffnungsschritte, die auch den Tourismus und die Gastronomie betreffen. Die Quarantänepflicht für Reisende soll dann nur noch für Einreisende aus Hochrisikogebieten gelten. Mit einem negativen Testergebnis oder einer Impfung soll dann auch der Besuch von Hotels und Restaurants wieder möglich sein.

Für alle Länder gilt: An die örtlichen Corona-Vorschriften muss sich zwingend gehalten werden. Derzeit müssen alle Personen, die mit dem Flugzeug nach Deutschland einreisen, vor dem Abflug ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen, das höchstens 48 Stunden vor der geplanten Einreise nach Deutschland vorgenommen worden ist. Die Kosten hierfür müssen grundsätzlich von den Reisenden selbst getragen werden. Diese Regelung gibt es vorerst bis zum 12. Mai.

Wenn Menschen nicht per Flugzeug reisen, gilt dies: Reisende, die sich in den vergangenen zehn Tagen vor der Einreise nach Deutschland in einem sonstigen Risikogebiet (weder Hochinzidenzgebiet noch Virusvariantengebiet) aufgehalten haben, müssen spätestens 48 Stunden nach ihrer Einreise über ein Testergebnis verfügen und dieses auf Anforderung den zuständigen Behörden vorlegen. Solche Risikogebiete sind beispielsweise Italien und Spanien zum großen Teil. Für Länder mit der Einstufung als Hochinzidenzgebiet (zum Beispiel Frankreich und Italien) gelten noch härtere Regeln, bei Frankreich beispielsweise eine Quarantänepflicht, die aber nicht in NRW vorgeschrieben ist.