Bereits 1998 an Brustkrebs erkrankt: Constanze Engelbrecht gestorben

Bereits 1998 an Brustkrebs erkrankt: Constanze Engelbrecht gestorben

Hamburg (dpa). Die Schauspielerin Constanze Engelbrecht ist tot. Die 45-Jährige erlag in der Nacht zum Freitag in der Frauenklinik des Roten Kreuzes in München einem Gehirntumor, wie der der Familie nahe stehende Fotograf Uwe Piel am Freitag der dpa auf Anfrage bestätigte. Sie war eine der beliebtesten Fernsehschauspielerinnen der achtziger und neunziger Jahre: Constanze Engelbrecht spielte die raffinierte Verführerin, die Liebhaberin, die Ehefrau.

In den vergangenen zwei Jahren wurde es in der Öffentlichkeit plötzlich still um die gebürtige Münchnerin. In den vergangenen Monaten berichtete sie in Interviews häufiger von der Hoffnung, den Krebs, der die Leber, die Brust und das Gehirn befallen hatte, zu besiegen.

Noch im März sagte sie: "Die Ärzte sagen, ich hätte gut auf die Infusionen reagiert." Sie fühle sich noch nicht reif zu gehen. Sie werde alles tun, was in ihrer Macht stehe, um sich von der Krankheit nicht bezwingen zu lassen - "schon für meine Familie".

Constanze Engelbrecht, die als Tochter der Schauspielerin Alice Franz und des Bildhauers Gen Golch am 6. Januar 1955 in München zur Welt kam, studierte klassischen Sopran am Richard-Strauss- Konservatorium in München, in London und Salzburg. Schauspielunterricht erhielt sie bei Rosemarie Fendel. Nach ihren ersten Rollen entschied sie sich 1980, nach Paris umzusiedeln. Dort heiratete sie den Autor, Regisseur und Schauspieler Francois Nocher. Ihre Tochter Julie wurde 1984 geboren. Das "typische Schwabinger Straßenkind", wie der "Stern" einmal schrieb, hatte eine neue Heimat gefunden, blieb aber dem deutschen Fernsehen treu.

Dem breiten Publikum fiel Constanze Engelbrecht im TV-Mehrteiler "Unter der Trikolore" (1980) und in der siebenteiligen Lion- Feuchtwanger-Verfilmung "Exil" (1981) auf. Mit Armin Mueller-Stahl drehte sie "Ruhe sanft, Bruno", 1983 den zweiteiligen Krimi "Tiefe Wasser". Auch als Seriendarstellerin wusste sie in Produktionen wie "Diese Drombuschs", "Derrick", "Der Alte", "Navorro", "Eurocops" und "Praxis Bülowbogen" zu überzeugen. Später stand sie auch fürs Kino vor der Kamera, und bei SAT.1 an der Seite von Gerard Depardieu im "Graf von Monte Christo" - ihre letzte große TV-Rolle.

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Bei Nacktszenen fühlte sie immer ein Zittern im Bauch, schilderte Constanze Engelbrecht einmal. "Obwohl, ich bin eigentlich gar nicht so g'schamig".

ZDF ändert Programm

Das ZDF hat nach dem Tod der Schauspielerin sein Fernsehprogramm am Sonntag (23. Juli) geändert. Anstelle des Films "Hongkong - Eine Liebe fürs Leben" strahlt das ZDF um 15.25 Uhr die TV-Produktion "Der Eindringling" aus dem Jahre 1990 aus. Constanze Engelbrecht spielt darin an der Seite von Dieter Landuris eine erblindete Zahntechnikerin, die sich in einen glück- und erfolglosen jungen Mann verliebt.

(RPO Archiv)
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