"Tiere suchen ein Zuhause": Claudia Ludwigs schwerer Abschied

"Tiere suchen ein Zuhause": Claudia Ludwigs schwerer Abschied

Es war der schwerste Drehtag in 20 Jahren "Tiere suchen ein Zuhause" - ihre letzte Aufzeichnung in Köln-Bocklemünd vor einer Woche und gleichzeitig ihr vorerst letztes Treffen mit dem Team und den Tierschützern, denen sie in der langen Zeit so oft begegnet ist. "Es war sehr traurig", sagte die 51-Jährige am Donnerstag im Tierheim Dellbrück.

Claudia Ludwig hat zum ersten Mal Journalisten eingeladen, will über das Ende der Zusammenarbeit mit dem WDR sprechen. Im Februar war bekannt geworden, dass sich der Sender von seiner langjährigen Mitarbeiterin trennt. "Ich will mich bei meinen Zuschauern bedanken. Mir ist eine Welle der Sympathie entgegengeschlagen. Das hat mich überwältigt."

20.000 Tiere hat Claudia Ludwig in "Tiere suchen ein Zuhause" vermittelt. Am Sonntag ist ihre letzte Sendung um 18.15 Uhr im WDR zu sehen. Der Sender habe ihr angeboten, künftig Filme für die Sendung zu produzieren, mit der sie so lange als Gesicht verbunden war. Dann steht aber ihre Nachfolgerin Simone Sombecki vor der Kamera. Das Angebot hat sie abgelehnt. Dass es sie gekränkt hat, sagt sie nicht laut.

Dass die beliebte Moderatorin ab dem 6. Mai von einer deutlich jüngeren Kollegin ersetzt wird, ärgert viele Zuschauer. Sie haben Demonstrationen und Protestlisten organisiert, WDR-Intendantin Monika Piel um ein Gespräch gebeten. "Mir ist natürlich nie gesagt worden, dass ich zu alt bin. Tatsache ist aber, dass beim Casting alle Kandidatinnen deutlich jünger waren als ich", sagt Ludwig. Den Vorwurf der Altersdiskriminierung hätte der WDR "aus dem Weg räumen können, indem er mir ein anderes Moderationsangebot gemacht hätte".

Viele Tierschutzvereine in NRW halten ihre Solidarität mit der Moderatorin aufrecht. So lehnten das Tierheim Dellbrück sowie ein Tierheim in Bocholt die Beteiligung bei der ersten Sendung mit neuer Moderatorin ab. "Man muss auch mal für Menschen Einsatz zeigen", sagt der Leiter des Tierheims Dellbrück, Bernd Schinzel. Der WDR habe das als Affront gegen Tiere gewertet, berichtet er. " Aber wir tun das für Frau Ludwig." Auch überzeuge sie das neue Konzept nicht. "Dass künftig ein Tiertrainer eingebunden wird, erinnert stark an die privaten Sender. Wir haben Angst, dass die Vermittlung der Tiere dabei zu kurz kommt", sagt Karin Stumpf vom Bund gegen Missbrauch der Tiere.

(RP/felt/das)
Mehr von RP ONLINE