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Wahrzeichen und Umweltverbrechen: Christus-Statue in Rio wurde 70

Wahrzeichen und Umweltverbrechen : Christus-Statue in Rio wurde 70

Rio de Janeiro (rpo). Runder Geburtstag für das Wahrzeichen der südamerikanischen Metropole Rio de Janeiro Die weltberühmte Christus-Statue auf dem Corcovado-Berg ist 70 Jahre alt geworden. Hunderte Einheimische, Touristen und Prominente aus Politik, Film und Fernsehen feierten auf dem Plateau das Jubiläum.

Am Vortag hatten Vertreter von 13 Glaubensgemeinschaften dort zum weltweiten Frieden aufgerufen. Moslem-, Juden- und Christenführer erklärten gemeinschaftlich, Rio sei mit seinem friedlichen Zusammenleben der Religionen ein Vorbild.

Die 38 Meter hohe und 1,15 Tonnen schwere Zement-Statue mit den 30 Meter weit ausgestreckten Armen wurde am 12. Oktober 1931 auf dem 710 Meter hohen Corcovado im großen Stadtwald Floresta da Tijuca eingeweiht. Sie ist ein Werk des französischen Bildhauers Maximilien Landowski und nahezu von jedem Punkt der Stadt aus zu sehen.

Das Wahrzeichen der brasilianischen Metropole wird von den "Cariocas" - den Einwohnern der Fünf-Millionen-Stadt - sehr verehrt. "Christus beschützt uns", sagte Bürgermeister Cesar Maia ungeachtet aller zunehmenden Kriminalität. "Die Statue wird vom Volk wie kaum eine zweite Institution geliebt. Sie ist immer dort oben, sehr schön anzusehen und segnet uns alle", meinte der Architekt Oscar Niemeyer.

Die Zeitung "O Globo" wies anlässlich des 70. Geburtstages allerdings darauf hin, dass für den Bau der Statue samt Plattform und Zugangsstraße eines der größten Umweltverbrechen der Stadt verübt worden sei. Innerhalb weniger Wochen seien Im Jahr 1931 4000 zum Teil sehr seltene Bäume gefällt worden. "Ökologen würden den Bau heute verhindern", schrieb das Blatt.

Bis zur Aussichtsplattform der Christusstatue sind 220 Stufen zu erklimmen. Bis März nächsten Jahres sollen zwei neue Panorama-Aufzüge und drei Rolltreppen aus Deutschland installiert werden. Stadtväter rechnen mit einem Anstieg der Besucherzahlen von jährlich 800 000 auf mindestens eine Million. Das Erneuerungs-Projekt, das auch die Errichtung eines Kultur-Zentrums vorsieht, wird die Investoren zwei Millionen Real (etwa 1,82 Millionen Mark/930 000 Euro) kosten.

(RPO Archiv)