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Bruder als "Herr Lehmann" dem Richter vorgestellt: BVB-Torwart Lehmann wollte das Gericht reinlegen

Bruder als "Herr Lehmann" dem Richter vorgestellt : BVB-Torwart Lehmann wollte das Gericht reinlegen

Münster/Dortmund (dpa/lnw). Jens Lehmann (31), Torhüter von Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund, hat wegen eines Verkehrsdeliktes offenbar versucht, die Justiz zu täuschen. Statt selbst vor dem Amtsgericht Münster zu erscheinen, habe sein Verteidiger versucht, Lehmanns Bruder Jörg vorzuschicken, sagte ein Gerichtssprecher am Montag. Auf diese Weise habe Lehmann bei der Verhandlung in der vergangenen Woche versucht, seine Identifizierung auf einem Radar-Foto zu verhindern.

Den Angaben zufolge war Jens Lehmann auf der Autobahn A 1 zwischen Münster und Dortmund mit 131 Stundenkilometern um 31 Stundenkilometer zu schnell gefahren und hatte einen Bußgeldbescheid über 100 Mark erhalten.

Der Anwalt habe den mit einer dunklen Sonnenbrille geschützten Torwart-Bruder Jörg in den Gerichtssaal begleitet und mit den korrekten Worten: "Das ist Herr Lehmann" vorgestellt. Dem fußballbegeisterten Richter Matthias Pheiler war der Schwindel jedoch sofort aufgefallen. Er ließ dem Gerichtssprecher zufolge den Bruder als Zeugen aus dem Gerichtssaal verweisen und den vor der Tür warteten Fußballstar antreten. Daraufhin zog der Verteidiger den Angaben zufolge seinen Widerspruch gegen den Strafbefehl zurück. Der BVB-Keeper muss die 100 Mark für die Rasserei auf der Autobahn nun zahlen.

Das Gericht habe zunächst erwogen, den offensichtlich vom Anwalt eingefädelten, versuchten Schwindel, der Anwaltskammer zu melden. Diese Absicht sei jedoch wieder vorworfen worden.

(RPO Archiv)