Pariser Platz soll attraktiver werden: Brandenburger Tor wird autofrei

Pariser Platz soll attraktiver werden: Brandenburger Tor wird autofrei

Berlin (rpo). Der Berliner Senat hat am Dienstag die endgültige Sperrung des Brandenburger Tores für den kompletten Straßenverkehr beschlossen. Damit werden durch das Denkmal auch in Zukunft keine Autos mehr fahren.

Der Pariser Platz soll für Berliner und Touristen attraktiver werden. Das Tor war wegen Bauarbeiten bereits seit Mai für den Verkehr geschlossen gewesen, die befürchteten Staus waren ausgeblieben. CDU und FDP kritisierten die Entscheidung, Grüne und Wirtschaftsverbände begrüßten sie.

"Der Platz hat sich zu einem Ort für das Flanieren und Gucken entwickelt", sagte Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD). Das Tor solle nun allen Besuchern ohne störenden Verkehr zur Verfügung stehen. Seit der Enthüllung des Tores nach der Sanierung befürworte die Mehrheit der Berliner die Sperrung für den Verkehr. Der Platz könne sich nun als "politischer, kultureller und wirtschaftlicher Repräsentationsraum im Herzen unserer Stadt" entfalten.

Seit Beginn der Sanierung im Herbst 2000 hatten lediglich noch Busse und Taxen das Wahrzeichen passiert. Im Mai 2002 war das Tor wegen der Arbeiten ganz gesperrt worden. Damals sicherte Strieder zu, es wieder zu öffnen. Jetzt dürfen nur noch Anlieger den Pariser Platz befahren.

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In der Mitte aller fünf Durchgänge des Tores sollen etwa ein Meter hohe, schmale Metallpoller aufgestellt werden, kündigte der Senator an. Auf dem Pariser Platz werden künftig Bänke aufgestellt.

CDU und FDP warfen dem rot-roten Senat fehlende Konzepte vor und forderten die Öffnung der Durchfahrt. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Alexander Kaczmarek, verlangte eine Abstimmung der Berliner über die künftige Nutzung des Tores. Die FDP sprach von einem "verkehrs- und wirtschaftspolitischen Anschlag auf die Mitte Berlins". Damit hätten sich "die notorischen Autofeinde und Straßenblockierer" von SPD und PDS durchgesetzt.

Die Grünen lobten die Entscheidung als Sieg der Vernunft. Der Pariser Platz werde nun ein Ort zum Wohlfühlen. Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) stellte sich hinter den Senatsbeschluss und verwies auf eine "Aufwertung für das Wahrzeichen der Stadt". Es fehle jedoch noch eine überzeugende Regelung für den Ost-West- Straßenverkehr in der Mitte der Stadt. Touristenverbände, das Hotel Adlon und umliegende Restaurants hatten sich bereits in der Vergangenheit dafür ausgesprochen, den Pariser Platz autofrei zu halten.

(RPO Archiv)
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