Berlin: Berliner Bankraub: Polizei gründet Soko "Tunnel"

Berlin : Berliner Bankraub: Polizei gründet Soko "Tunnel"

Die Berliner Tunnel-Gangster gingen bei der Planung ihres Coups noch gründlicher vor als zunächst vermutet. Das zeigen erste Erkenntnisse der Kriminalpolizei, die einen Tag nach der Entdeckung des spektakulären Einbruchs in eine Bank im Südwesten Berlins eine Sonderkommission "Tunnel" einsetzte. "Es waren auf jeden Fall Profis", wie Polizeisprecher Thomas Neuendorf sagte. Bereits im Februar 2012 mieteten die Täter mit gefälschten Ausweisen einen Stellplatz in einer Tiefgarage nahe der Volksbank in der Wrangelstraße im gutbürgerlichen Berlin-Steglitz. Der Platz konnte mit einem Rolltor verschlossen werden. Die Einbrecher konnten seit einem knappen Jahr weitgehend ungestört arbeiten. In drei Meter Tiefe grub sich die Bande Richtung Bank. 45 Meter lang war die Strecke, wie sich nun herausstellte. Neuendorf berichtete: "Man erkennt am Eingang: Das ist sehr professionell gebaut. Das waren keine Anfänger, die mal eine Sandburg buddeln." Die Decke und die Wände des Tunnels seien gesichert und abgestützt. Nach monatelangem Graben stemmten die Täter am vergangenen Wochenende die Kellerwand der Bank auf und drangen in den Raum mit den Schließfächern ein. Dabei verlief offenbar nicht alles wie geplant. Nur etwa 200 der 1600 Schließfächer wurden nach einer ersten Einschätzung der Volksbank geknackt.

Möglicherweise haben die Räuber auch nur etwas Bestimmtes gesucht und waren fündig geworden. Auch im Juli 2008 hatten Unbekannte während Sanierungsarbeiten in einer Commerzbank-Filiale am Kurfürstendamm eine Betonwand durchbrochen und 150 Schließfächer leer geräumt. Anschließend legten sie – wie im aktuellen Fall – Feuer, um Spuren zu vertuschen. Bereits im Oktober 2010 hatten Unbekannte versucht, in die nun betroffene Volksbankfiliale einzudringen. Die Polizei prüft derzeit, ob es einen Zusammenhang gibt.

(dpa)
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