Sydney Australien meldet Land unter

Sydney · Nach einem Tropensturm steht der Nordosten des Kontinents unter Wasser.

Mit Orkanwinden und Sturzregen hat Monstersturm Oswald im Nordosten Australiens weitreichende Verwüstung angerichtet. Das Tief zog gestern an der Küste entlang weiter Richtung Süden. Vier Menschen kamen in den vergangenen Tagen ums Leben, zuletzt ein dreijähriger Junge, der am Montag von einem umstürzenden Baum erschlagen worden war. Nach den verheerenden Überschwemmungen im Bundesstaat Queensland richteten sich Ortschaften weiter südlich auf die Katastrophe ein. Zehntausende Haushalte waren ohne Strom. Tausende Menschen harrten in Notunterkünften aus. "Hören Sie das Getöse? Das ist kein Hubschrauber, das ist das reißende Wasser", sagte Queenslands Premierminister Campbell Newman bei einem Kurzbesuch in der von der Außenwelt fast abgeschnittenen Stadt Bundaberg. Nur noch per Flugzeug ist die Stadt zu erreichen.

Vor allem die Fließgeschwindigkeit des Wasser erschreckt die Einwohner. "Es sieht vielerorts aus, als stünde man an Stromschnellen", sagte Newman. Der Mann mit der langen Militärkarriere orderte mehr als ein Dutzend Black-Hawk-Hubschrauber zum Einsatz, um Menschen von Dächern zu retten. Er dirigierte einen Militärtransporter vom Typ Hercules C130 nach Bundaberg, um Patienten, die aus Krankenhäusern geholt worden waren, auszufliegen. Hunderte Soldaten seien im Anmarsch, um den Einwohnern zu helfen, versicherte er.

Sorge machen Newman junge Leute, die Familien ernähren müssen, wie er sagte. Nach den Überschwemmungen vor zwei Jahren haben viele Versicherer die Prämien so hoch gesetzt, dass Familien sich Versicherungen nicht mehr leisten konnten. Sie vertrauten darauf, dass das "Jahrhunderthochwasser", wie Meteorologen die größte Naturkatastrophe Australiens bezeichneten, so schnell nicht wiederkomme.

(dpa)
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