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Zyklon "Amphan": Spur der Verwüstung in Bangladesch und Indien

Bangladesch und Indien betroffen : Zyklon „Amphan“ hinterlässt Spur der Verwüstung

Der gewaltigste Sturm seit mehr als zehn Jahren zieht eine Schneise der Verwüstung von der Küste Bangladeschs bis Ostindien. Besonders schwer betroffen ist die Millionenstadt Kolkata. Das gesamte Ausmaß der Zerstörung ist noch nicht abzusehen.

Zyklon „Amphan“ hat in Bangladesch und an der Ostküste Indiens für Tod und Verwüstung gesorgt. Mehr als 80 Menschen kamen nach vorläufigen Zahlen in den beiden Ländern ums Leben, wie die Behörden am Donnerstag mitteilten. Weite Landstriche, unter anderem große Teile der Millionenstadt Kolkata, standen unter Wasser, Millionen Menschen hatten keinen Strom.

„Eine solche Katastrophe habe ich nie zuvor gesehen“, sagte Mamata Banerjee, Regierungschefin von Westbengalen, wo auch Kolkata liegt. Ihre Regierung werde umgerechnet rund 3000 Euro an jede Familie zahlen, die durch den Sturm einen Angehörigen verloren habe.

Wie viele das letztlich sein werden, war am Donnerstag noch unklar. 74 Tote in Indien und 13 Tote in Bangladesch waren bis zum Donnerstag bestätigt. Die Behörden in beiden Ländern betonten, dass das gesamte Ausmaß der Zerstörung noch nicht absehbar sei, unter anderem weil viele Orte von der Außenwelt abgeschnitten waren.

In Kolkata mit seinen 14 Millionen Einwohnern musste zwischenzeitlich der Flughafen wegen Hochwassers geschlossen werden. Auf Straßen lagen entwurzelte Bäume und Straßenlaternen, Strom- und Telefonleitungen waren umgefallen.

„Amphan“ war der heftigste Sturm, der die Region seit mehr als zehn Jahren heimgesucht hat. Der indische Ministerpräsident Narendra Modi versprach rasche Hilfe. Die westbengalische Regierungschefin Banerjee sagte: „Wir haben es mit drei Krisen zu tun: dem Coronavirus, den Tausenden Migranten, die nach Hause zurückkehren und jetzt dem Zyklon“.

In Bangladesch hatten mindestens zehn Millionen Menschen keinen Strom, wie der Verwaltungsratsvorsitzende des Energieversorgers Breb, Moin Uddin, sagte.

Der Zyklon „Amphan“ war am Mittwochnachmittag auf Land getroffen. Er hatte Windgeschwindigkeiten von bis zu 170 Kilometern pro Stunde und Sturmspitzen von 190 Kilometern pro Stunde. Hunderte Küstendörfer in beiden Ländern wurden verwüstet. Hunderttausende Menschen wurden im Vorfeld in Sicherheit gebracht. Wegen der Coronavirus-Pandemie konnten Notunterkünfte aber nur begrenzt Menschen aufnehmen, viele wollten aus Angst vor einer Ansteckung nicht hinein.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So hat Zyklon „Amphan“ in Indien und Bangladesh getroffen

(csi/dpa)