Zweiter HIV-Patient nach Stammzellen-Transplantation virenfrei

Meilenstein in der Aids-Forschung : Zweiter HIV-Patient nach Stammzellen-Transplantation virenfrei

Ist eine Heilung des HI-Virus möglich? Wissenschaftler berichten jetzt von einem zweiten Patienten, der nach einer Stammzellenspende seit mehr als einem Jahr auf seine Medikamente gegen HIV verzichten kann.

Zum zweiten Mal weltweit ist ein HIV-Patient nach einer Stammzellen-Transplantation virenfrei. Das berichten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Nature". Dem an Blutkrebs erkrankten Mann waren demnach Stammzellen eines Knochenmark-Spenders mit einer seltenen genetischen Veränderung transplantiert worden. Bei dem "Londoner Patienten" gebe es nun seit fast 19 Monaten kein Anzeichen des Aids-Virus.

Der Patient möchte laut New York Times anonym bleiben. Er schrieb in einer Email an die US-amerikanische Tageszeitung, für ihn sei es „surreal“ und „überwältigend“ zu wissen, dass er von beiden Krankheiten geheilt sein könnte. „Ich fühle eine Art Verantwortung, den Ärzten nun zu helfen, damit sie verstehen können, wie das passiert ist, um mit ihrer Forschung weiter voran zu kommen“, zitiert ihn die New York Times.

Die bisher einzige dokumentierte Heilung eines HIV-Patienten ist der Fall des US-Bürgers Timothy Brown vor rund zehn Jahren. Die Heilung setzte bei dem als "Berliner Patient" bekannt gewordenen Brown ein, nachdem ihm Spender-Knochenmark transplantiert worden war. Dieses wies eine genetische Veränderung auf, die eine Infektion mit HIV verhindert - wie jetzt im Fall des "Londoner Patienten".

In der New York Times heißt es, dass es noch einen Patienten gebe, den „Düsseldorfer Patienten“, der nun seit vier Monaten keine Medikamente gegen das HI-Virus mehr nehme. Die Ergebnisse zu diesem Patienten würden auf einer Konferenz in Seattle noch in dieser Woche vorgestellt.

Dr. Annemarie Wensing, eine der Gründerinnen des IciStem, einer europäischen Gruppe von Wissenschaftlern, die an einer Methode zur Heilung der HI-Virus forschen, gibt sich der New York Times gegenüber optimistisch. Eine Heilung sei kein Traum, sondern erreichbar.

(zim/AFP)
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