Kidnapping im Libanon: Zwei Deutsche nach Entführung wieder frei

Kidnapping im Libanon : Zwei Deutsche nach Entführung wieder frei

Bewaffnete Männer haben nach Medienberichten im Libanon zwei Bundesbürger libanesischer Herkunft verschleppt. Nach zwei Tagen in der Hand von Entführern sind sie am Samstagmorgen wieder frei gekommen. Dies verlautete aus libanesischen Sicherheitskreisen.

Wie die amtliche libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete, nahm die Polizei sie allerdings nach ihrer Freilassung am Samstag wegen Drogenhandels fest.

Die beiden seien Donnerstagabend im Bekaa-Tal verschleppt worden. Wie sie freikamen, war zunächst unklar. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur berichtete von einem Schusswechsel und einer versuchten Festnahme der Kidnapper. Dabei sei ein Soldat getötet worden. Die Kidnapper sollen laut dem Rundfunksender "Voice of Lebanon" Lösegeld verlangt haben. Zuvor hatten sie versucht, die Entführungsopfer mit Waffengewalt dazu zu zwingen, ihnen Geld zu überweisen.

Ein Vertreter der Sicherheitsbehörden sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Entführer hätten offensichtlich keine politischen, sondern finanzielle Motive gehabt. Nach seinen Angaben verlangten sie 6000 Euro Lösegeld. Ein weiterer Behördenvertreter sagte AFP, die Entführten besäßen die deutsche und die libanesische Staatsbürgerschaft.

Die Sprecherin des Außenministeriums sagte: "Wir sind mit den beiden Deutschen und mit allen relevanten Stellen in Kontakt". Die beiden Deutschen befänden sich zur Zeit bei der libanesischen Polizei.

Im Bekaa-Tal gibt es mächtige Clans, die Geiselnahmen als Methode zur Lösung von Konflikten nutzen. Auch werden im Libanon immer öfter Geschäftsleute als Geiseln genommen, um Geld zu erpressen. Die Gefangennahme ausländischer Staatsbürger ist eher ungewöhnlich. Im März 2011 waren elf estnische Motorradfahrer verschleppt worden. Sie kamen vier Monate später frei.

(dpa/ap/AFP)