Panne im Funkverkehr: Züge in Norwegen stehen fast drei Stunden still

Panne im Funkverkehr: Züge in Norwegen stehen fast drei Stunden still

Oslo (RPO). Eine Panne im Funksystem hat den Eisenbahnverkehr in ganz Norwegen für knapp drei Stunden vollständig zum Erliegen gebracht. Wie die norwegische Bahn mitteilte, standen am Montagabend zwischen 18.30 Uhr und 21.15 Uhr alle Züge still. Nach Angaben norwegischer Medien brach vor dem Hauptbahnhof von Oslo ein Kampf um die Taxis aus.

Bahnsprecher Kjell Bakken sagte, wegen eines Fehlers im bahneigenen Mobiltelefonsystem sei der Funkkontakt zu allen Zugführern plötzlich abgebrochen. Während Züge auf wenig befahrenen Routen bis zum nächsten Bahnhof fahren durften, mussten Passagiere vor allem in der Gegend um die Hauptstadt Oslo auf offener Strecke in den Waggons ausharren.

"Wir werden eine Untersuchung einleiten, wie das passieren konnte", sagte Bakken. "Das ist vollkommen inakzeptabel." Das Problem sei auf ein Feuer in einer Schaltstelle in der zentralnorwegischen Stadt Trondheim zurückzuführen. Dadurch sei aus bislang unbekannten Gründen auch das Sicherheitssystem ausgefallen, das den Funkverkehr im Fall von technischen Problemen eigentlich aufrecht erhalten soll. "Das hätte nicht passieren dürfen", sagte Bakken. Die norwegische Bahn hat nach eigenen Angaben das modernste Funksystem Europas.

Während die Züge von Kristiansand bis Hammerfest still standen, hatte die norwegische Bahn große Probleme, alternative Reisemöglichkeiten zu organisieren. "Das ist de facto eine nicht lösbare Aufgabe, wenn jeder einzelne Zug im ganzen Land still steht", warb Bahnsprecher Bakken um Verständnis.

Die Nachrichtenagentur NTB berichtete über zahlreiche Beschwerden von Reisenden, die an den Bahnhöfen des Landes gestrandet waren. Jeanette Mathisen, die von Oslo ins das südöstliche Moss fahren wollte, etwa sagte NTB erbost: "Ich warte hier in diesem schlechtem Wetter seit fast zwei Stunden, und es gibt nicht einmal Ersatzbusse." Norwegische Medien zufolge machten die Taxifahrer am Osloer Hauptbahnhof dagegen einen blendenden Umsatz.

(AFP/das)