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WWF: Umweltzerstörung verursacht laut Umweltorganisation Krankheiten

Organisation sieht Zusammenhang mit Corona-Pandemie : WWF warnt vor Krankheitsausbrüchen durch Umweltzerstörung

In einer neuen Analyse warnt der World Wide Fund For Nature vor wachsenden globalen Gesundheitsrisiken aufgrund von Umweltzerstörung. So nehme die Gefahr weiterer Krankheitsübertragungen von Wild- und Haustieren auf Menschen zu.

Auch Ausbrüche anderer schwerer Infektionskrankheiten, wie etwa Malaria, stünden in direktem Zusammenhang mit Umweltzerstörungen wie etwa dem Roden riesiger Waldflächen. Das Coronavirus sei nur ein Vorgeschmack darauf, was der Menschheit drohen könnte, so die Warnung der in Genf ansässigen Umweltorganisation (WWF).

Eine intakte Natur sei ein „Bollwerk gegen neue Krankheitserreger und Pandemien und muss endlich als entscheidender Faktor für unsere Gesundheit wahrgenommen werden“, erklärt Eberhard Brandes, Vorstand beim WWF Deutschland. Covid-19 sei eine globale Gesundheitskrise, verbunden mit dramatischen Einschnitten in das Alltagsleben der Menschen. Doch zur bitteren Wahrheit gehöre auch, so Brandes, dass es sich um eine Krise mit Ansage handele.

Umweltschützer und Mediziner warnen seit Jahren davor, dass durch massive Zerstörung der Umwelt und den illegalen Handel mit Wildtieren nicht nur die Gesundheit des Planeten Erde, sondern auch die der Menschen in Gefahr sei. Laut WWF zeigen etwa Untersuchungen aus Brasilien einen Zusammenhang zwischen Waldrodungen und der Zunahme von Malaria-Erkrankungen. Eine brasilianische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Abholzung von vier Prozent eines Waldes mit einer fast 50-prozentigen Zunahme der Malariafälle beim Menschen einher geht. Ähnliches wurde in Afrika beobachtet: Durch den Bau von Staudämmen nahm die Population von wandernden Süßwasser-Shrimps drastisch ab. Das führte dazu, dass sich die Beutetiere der Shrimps, bestimmte Schneckenarten, vermehrten.

Die Schnecken wiederum sind Zwischenwirt des Bilharziose-Erregers. In der Folge kam es zu einer Zunahme der Erkrankung beim Menschen. „Die Gesundheit von Menschen, Wildtieren und der Umwelt muss konsequent zusammen gedacht werden. Wir müssen unsere Beziehung zur Natur von Grund auf überdenken und korrigieren“, so Brandes. Die Zusammenhänge zwischen gesunden, vielfältigen Lebensräumen einerseits und der menschlichen Gesundheit andererseits müssten bei der globalen Gesundheitsvorsorge in den Fokus gestellt werden.

Der WWF fordert einen sofortigen Stopp der weltweiten Entwaldung und den Erhalt vitaler, vielfältiger Lebensräume. Entsprechende nationale und europäische Gesetze, allen voran ein Gesetz zu entwaldungsfreien Lieferketten, müssten unverzüglich auf den Weg gebracht werden. Vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer bräuchten technische wie finanzielle Unterstützung, um eine Schließung des illegalen und unregulierten Wildarten-Handels und eine effektivere Kontrolle des legalen Handels, etwa mit Wildfleisch, umzusetzen.

Es gibt aber auch hoffnungsvoll stimmende Anzeichen, wie die Ergebnisse einer aktuellen WWF-Umfrage in fünf besonders betroffenen Ländern in Südostasien, darunter Thailand und Vietnam, zeigen, so die Organisation. Mehr als 90 Prozent der Befragten würden es demnach begrüßen, wenn ihre Regierungen die dortigen Wildtiermärkte schließen würde.

(c-st/kna)