Linken-Parteichefin erlebte Erdbeben mit „Es hat sich angefühlt wie eine Ewigkeit“

Ankara · Am Montag haben sich mehrere schwere Erdbeben in der türkisch-syrischen Grenzregion ereignet. Die Zahl der Toten ist mittlerweile auf mindestens 2400 gestiegen. Linken-Parteichefin Wissler war zum Zeitpunkt des Bebens in der Türkei. Wie sie die Katastrophe wahrgenommen hat.

 Janine Wissler (Die Linke), Parteivorsitzende, gibt ein Statement ab (Archivfoto).

Janine Wissler (Die Linke), Parteivorsitzende, gibt ein Statement ab (Archivfoto).

Foto: dpa/Martin Schutt

Die Linken-Vorsitzende Janine Wissler hat das schwere Erdbeben in der Türkei miterlebt und das Ausmaß der Katastrophe als dramatisch bezeichnet. „Ich war heute Nacht im Hotel und bin dann um Viertel nach vier aus dem Schlaf gerissen worden durch das Erdbeben, was nicht nur sehr heftig war, sondern auch sehr lang andauernd“, sagte Wissler der Deutschen Presse-Agentur. „Es hat sich angefühlt wie eine Ewigkeit.“ Mehrere Medien hatten zuvor über Wisslers Erlebnisse während des Erdbebens berichtet.

Sie habe sich zu dem Zeitpunkt in der Stadt Diyarbakir im Osten der Türkei aufgehalten. Bei eisigen Temperaturen seien viele Menschen in Todesangst barfuß aus ihren Häusern geflohen, schilderte Wissler ihre Eindrücke. Viele Gebäude seien beschädigt oder vollständig zusammengebrochen. Sie selbst wurde nicht verletzt.

Türkei/Syrien: Schweres Erdbeben - Tausende Tote
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Schweres Erdbeben erschüttert Türkei und Syrien

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„Es ist wirklich dramatisch, dass so viele Menschen gestorben sind, dass so viele Menschen immer noch unter den Trümmern verschüttet sind.“ Die Menschen vor Ort bräuchten nun „dringend, dringend“ humanitäre Hilfe, auch aus dem Ausland. „Es muss alles getan werden, um jetzt hier zu unterstützen, damit nicht noch mehr Menschen in den Trümmern sterben, die noch am Leben sind.“

Wissler war als Prozessbeobachterin zur erwarteten Urteilsverkündung gegen Politikerinnen und Politiker der prokurdischen Oppositionspartei HDP in die Türkei gereist. Aufgrund der Umstände sei nun jedoch unklar, in welcher Form der für Dienstag geplante Termin stattfinden werde.

Nach mehreren schweren Erdbeben am Montag in der türkisch-syrischen Grenzregion ist die Zahl der Toten auf etwa 2400 gestiegen. Rund 10 000 Menschen in der Türkei und in Syrien wurden nach bisherigen Informationen verletzt. Dem Katastrophendienst Afad zufolge hatte das Hauptbeben am Morgen mit Epizentrum im südtürkischen Kahramanmaras eine Stärke von 7,7. Mittags erschütterte ein Beben der Stärke 7,5 dieselbe Region, wie in Istanbul die Erdbebenwarte Kandilli meldete.

(mzu/dpa)
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