Wien: Messerangreifer vor Irans Botschaftsresidenz erschossen

Vor iranischer Botschaftsresidenz: Erneut Messerattacke in Wien - Wachposten tötet Angreifer

Vor der Residenz des iranischen Botschafters in Wien hat ein Mann einen Wachposten mit einem Messer verletzt. Der Soldat erschoss den Angreifer. Das Motiv für den Angriff blieb zunächst unklar.

Der 26-jährige Österreicher ging nach Angaben der Polizei ohne Vorwarnung mit einem Messer auf den Wachposten los. Der Soldat habe gegen den Angreifer vor der Residenz des iranischen Botschafters zunächst vergeblich Pfefferspray eingesetzt, sagte Polizeisprecher Harald Sörös. Schließlich habe der Posten "mindestens vier" Schüsse aus seiner Dienstwaffe abgefeuert. Der Angreifer sei noch vor Ort gestorben.

Das Motiv für den Messerangriff war zunächst unklar. Der junge Soldat, ein 24-jähriger Tiroler, erlitt nach Polizeiangaben eine Schnittverletzung am Oberarm und wurde mit einem Schock ins Krankenhaus gebracht.

Der Tatort wurde abgesperrt. Die Residenz des iranischen Botschafters befindet sich in der Villa Blaimschein. Das historische Gebäude war im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten von den jüdischen Eigentümern beschlagnahmt worden. Es war einst Schauplatz von Verhandlungen für eine provisorische österreichische Staatsregierung.

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Die Residenz werde ausschließlich von Berufssoldaten bewacht, die speziell ausgebildet und eingewiesen würden, teilte das österreichische Verteidigungsministerium mit. Bei der Bewachung diplomatischer Einrichtungen in Österreich durch das Bundesheer ist dem Ministerium zufolge jeweils ein Soldat vor dem Objekt postiert, ein zweiter im Gebäude. Im Fall der iranischen Residenz war der zweite Posten in der nächstgelegenen Polizeiinspektion untergebracht.

Erst am Mittwoch hatte ein 23-jähriger Afghane bei zwei Messerattacken in der Wiener Innenstadt insgesamt vier Menschen verletzt. Er gestand die Tat und gab an, drogenabhängig zu sein und aus Wut gehandelt zu haben. Ein politisches Motiv bestritt er.

(juju)