WHO beruft wegen Lungenkrankheit in China Krisentreffen ein

Gefährliches Coronavirus : WHO beruft wegen Lungenkrankheit in China Krisentreffen ein

Das neuartige Coronavirus breitet sich überraschend schnell aus. Am Montag korrigierten die chinesischen Behörden die Zahl der Inifizierten von bislang einigen Dutzend auf 200. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der neuartigen Lungenkrankheit in China nun ein Krisentreffen einberufen.

Ein Notfallkomitee soll sich am Mittwoch in Genf mit der Krankheit befassen, wie die WHO am Montag bekanntgab. Die Experten sollen demnach darüber beraten, ob ein internationaler Gesundheitsnotstand ausgerufen wird.

Die chinesischen Behörden hatten zuvor eine starke Ausbreitung der Lungenkrankheit vermeldet. Die Behörden gaben am Montag fast 140 neue Fälle von Erkrankungen bekannt. Damit gibt es demnach landesweit nun etwa 220 Infizierte. Zuvor war nur von einigen Dutzend Patienten die Rede gewesen.

Weitere Besorgnis lösten Aussagen des chinesischen Forschers Zhong Nanshan aus, wonach das Virus auch von Mensch zu Mensch übertragbar sei. Dieses Phänomen gebe es, sagte der Experte der staatlichen Gesundheitskommission dem Sender CCTV. So hätten sich zwei Patienten in Guangdong bei erkrankten Angehörigen angesteckt, ohne vorher selbst Wuhan besucht zu haben. Zhong hatte unter anderem 2003 daran mitgewirkt, das ganze Ausmaß der Sars-Epidemie bekannt zu machen.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Wuhan war das Virus zuerst im Dezember auf einem dortigen Fisch- und Geflügelmarkt aufgetreten. Bisher hatten die Behörden aber stets darauf hingewiesen, dass es noch keinen Nachweis für eine Übertragung von Mensch zu Mensch gebe.

Das neue Virus gehört zur Familie der Corona-Viren, zu der auch der tödliche Sars-Erreger gehört. An der Sars-Epidemie waren in den Jahren 2002 und 2003 knapp 350 Menschen in Festlandchina sowie knapp 300 weitere in Hongkong gestorben.

(ala/AFP)