Vor Gibraltar festgehaltener iranischer Tanker ändert erneut den Kurs

Unbekannter Eigner bestimmt Kurs des Schiffs : Iranischer Tanker ändert nach Freigabe durch Briten erneut Kurs

Der von der britischen Marine festgesetzte iranische Öltanker hat nach seiner Freigabe vor zehn Tagen bereits zum dritten Mal seinen Kurs im Mittelmeer geändert. Der Tanker hatte mutmaßlich iranisches Öl nach Syrien transportieren wollen.

Die in „Adrian Darya“ umbenannte „Grace 1“ lief der Website Marine Traffic zufolge, mit der die Positionen der Schiffe verfolgt werden können, am Freitag auf die Hafenstadt Iskenderun im Südosten der Türkei zu. Die Stadt liegt rund 200 Kilometer nördlich der syrischen Raffinerie Banijas. Das türkische Außenministerium erklärte dagegen, das Schiff steuere auf den Libanon und nicht die Türkei zu. Der Tanker war Mitte August vor Gibraltar von Großbritannien festgesetzt worden, weil er mutmaßlich iranisches Öl nach Syrien habe transportieren wollen. Das hätte gegen EU-Sanktionen gegen Syrien verstoßen. Der Iran hatte den Vorwurf zurückgewiesen.

Am Montag hatte die iranische Regierung erklärt, das Öl an Bord der „Adrian Darya“ - zwei Millionen Barrel - sei verkauft worden. Der Eigner des Tankers bestimme den Kurs. In wessen Besitz sich die „Adrian Darya“ befindet, ließ die Regierung in Teheran offen. Die USA sind der Auffassung, dass der Tanker den iranischen Revolutionsgarden gehört. Die US-Führung betrachtet diese einflussreiche Militär-Eliteeinheit als Terror-Organisation. Zudem wollen die USA mit Sanktionen die iranischen Ölexporte zum Erliegen bringen, um die Islamische Republik zu einem schärferen Abkommen über ihr Atomabkommen zu zwingen.

Nach der Freigabe hatte es zunächst geheißen, das Ziel des Tankers sei die griechische Hafenstadt Kalamata und dann Mersin in der Türkei. Am Donnerstag änderte das Schiff abrupt seinen Kurs und vollzog beinahe eine Kehrtwende weg von der türkischen Küste. Am Freitagmorgen war die „Adrian Darya“ westlich von Zypern unterwegs und unternahm ein ähnliches Manöver.

(anst/Reuters)
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