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Polnischer Kardinal kritisiert Papst Benedikt XVI.: "Vom Kreuz steigt man nicht herunter"

Polnischer Kardinal kritisiert Papst Benedikt XVI. : "Vom Kreuz steigt man nicht herunter"

Der Krakauer Kardinal und langjährige Sekretär von Papst Johannes Paul II., Stanislaw Dziwisz, hat in Polen mit einer Bemerkung zum Papstrücktritt für Aufsehen gesorgt. Gleichzeitig würdigte er aber die Leistung des Deutschen.

Dziwisz fand kritische Worte für den Rücktritt und stellte einen Vergleich zu Benedikts Vorgänger an. Der selige Johannes Paul II. habe das Papstamt trotz schwerer Krankheit bis zu seinem Tod ausgefüllt und gesagt, "vom Kreuz steigt man nicht herunter", zitierten polnische Medienberichten am Montag Dziwisz.

Über diese Frage habe sich der Wojtyla-Papst auch mit dem damaligen Kurienpräfekten Joseph Ratzinger beraten. Trotz seiner "großen Überraschung" über den Amtsverzicht von Benedikt XVI. verstehe er aber dessen Entscheidung, aus Alters- und Gesundheitsgründen zurückzutreten, so Dziwisz.

In einer schriftlichen Erklärung erklärte der Krakauer Kardinal, Benedikt XVI. habe die Kirche "mit großer Umsicht und Weisheit" geleitet. Er sei Benedikt XVI. dankbar für das "außergewöhnliche Wohlwollen gegenüber dem polnischen Volk" und die Seligsprechung von Johannes Paul II. im Mai 2011.

Der Warschauer Kardinal Kazimierz Nycz sprach von einem "großen Verlust" für die Kirche. Benedikt XVI. habe seine Aufgabe als Papst "ausgezeichnet erfüllt und die Kirche sowohl intellektuell als auch geistig hervorragend geleitet", so Nycz.

Die Ankündigung des Rücktritts sei für ihn persönlich eine "große Überraschung", so der Kardinal. Er nehme jedoch an, dass Benedikt XVI. wichtige Gründe für solch eine "beispiellose Entscheidung" habe.

Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Jozef Michalik, erinnerte daran, dass Benedikt XVI. während der Angelusgebete auf dem Petersplatz immer wieder die polnischen Pilger in ihrer Sprache anspreche.

"Polen war in seinem Herzen." Die Bischöfe beteten dafür, dass der Papstrücktritt in einer "Atmosphäre des Glaubens" angenommen werde.

(KNA/csi)