"Viking Sky": 17 Menschen nach Rettungsaktion auf Kreuzfahrtschiff im Krankenhaus

„Viking Sky“ vor Norwegen in Seenot : Passagiervideos zeigen Chaos an Bord von Kreuzfahrtschiff

Für fast 1000 Passagiere an Bord der „Viking Sky“ endet ihr Urlaub abrupt und dramatisch: Das Kreuzfahrtschiff ist vor Norwegen in Seenot geraten. Passagiere werden mit dem Hubschrauber evakuiert. Inzwischen laufen drei der Motoren des Schiffs wieder.

Der Motorschaden an dem in Seenot geratenen Kreuzfahrtschiff vor der Westküste Norwegens ist nach Angaben der Einsatzkräfte größtenteils behoben. Drei der vier Motoren der "Viking Sky" funktionierten wieder, sagte ein Sprecher am Sonntag. Damit könne das Schiff wieder mit eigener Kraft fahren. Das Schiff soll demnach nun in einen Hafen geschleppt werden.

Die "Viking Sky" war am Samstagnachmittag mit rund 1300 Menschen an Bord bei starkem Wellengang in Seenot geraten. Das Schiff befand sich mit 915 Passagieren und 458 Besatzungsmitgliedern an Bord auf dem Weg von Tromsö in Nordnorwegen nach Stavanger im Süden, als es wegen eines Motorschadens einen Notruf absetzte.

Dramatische Szenen an Bord: Fotos und Videos von Passagieren zeigen, wie auf dem heftig schaukelnden Schiff ein Stück der Deckenverkleidung herunterfällt. Foto: ALEXUS SHEPPARD/via REUTERS/SOCIAL MEDIA

Nach Angaben der Polizei wurden bis zum frühen Samstagmorgen 338 Menschen von Bord in Sicherheit gebracht. Die Rettungsaktion ging nur langsam voran, weil die Passagiere einzeln in einen Hubschrauber hochgezogen werden mussten. 17 der Geretteten wurden in ein Krankenhaus gebracht. Die meisten Passagiere an Bord des Kreuzfahrtschiffes stammen laut Polizei aus Großbritannien und den USA.

Die Evakuierten kamen in ein Notaufnahmezentrum in der Stadt Brynhallen, rund 500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Oslo.

Gefährlicher Küstenabschnitt

Der Rundfunksender NRK zeigte Aufnahmen der „Viking Sky“ in starkem Wellengang im gefährlichen Küstenabschnitt Hustadvika, in dem es zahlreiche kleine Inseln und Riffe gibt. Der südnorwegische Rettungsdienst erklärte, das Schiff habe wegen Antriebsproblemen bei widrigen Wetterbedingungen einen Notruf abgesetzt und treibe in Richtung Küste.

Passagiere veröffentlichten auf Twitter Aufnahmen, die von dem Schiff stammen sollen. Zu sehen ist, wie bei starkem Wellengang Möbelstücke wie Sessel, Stühle und Tische sowie Pflanzen auf dem Boden hin und her schlittern. Ein Brett fällt einer Frau auf den Kopf. Viele Menschen an Bord sitzen und tragen Rettungswesten. Ein Passagier schrieb, er warte noch auf die Evakuierung. Die Besatzung mache einen fantastischen Job und sorge dafür, dass alle ruhig und versorgt seien. Das Meer sei weiterhin aufgewühlt.

Die Polizei der norwegischen Provinz Møre og Romsdal hatte am Samstagnachmittag auf Twitter mitgeteilt, ein Kreuzfahrtschiff habe Motorprobleme und müsse deshalb evakuiert werden. Die Evakuierten kamen zunächst in die Kommune Fræna, während in den nahe liegenden Städten Molde und Kristiansund nach Schlafmöglichkeiten für sie gesucht wurde. Vermisst wurde niemand.

Es wurde davon ausgegangen, dass einer der beiden Motoren des Schiffs ausgefallen ist. Während mehrere Hubschrauber und Schiffe zur Evakuierung eingesetzt wurden, wurde zugleich versucht, den Motor wieder in Gang zu bringen. Beteiligt waren verschiedene Behörden und Organisationen, darunter das Rote Kreuz. Das Kreuzfahrtschiff lag zunächst vor Anker.

Der Küstenabschnitt Hustadvika liegt bei Kristiansund an der zentralen Westküste Norwegens und gilt als gefährliches Seegebiet. Dort ist es in der Vergangenheit schon häufiger zu Schiffsunfällen gekommen. Die „Viking Sky“ wurde 2017 getauft. Sie ist unter norwegischer Flagge unterwegs.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels war von rund 1300 Passagieren die Rede. Inzwischen hat die Nachrichtenagentur AFP ihre Angaben korrigiert, es handelt sich um etwa 1300 Menschen insgesamt an Bord (Passagiere und Besatzung). Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kreuzfahrtschiff „Viking Sky“ in Seenot

(jco/AFP/dpa)