Verschwundene Studenten: Mexikos Polizei nimmt Drogenboss fest

Verschwundene Studenten in Mexiko : Drogenboss der "Guerreros Unidos" festgenommen

Drei Wochen nach dem Verschwinden von 43 Lehramtsstudenten in Mexiko ist der Chef der Drogenbande "Guerreros Unidos" festgenommen worden. Sidronio Casarrubias Salgado soll für das Verschwinden der Hochschüler verantwortlich sein.

Die Festnahme von Sidronio Casarrubias Salgado werde die Ermittlungen voranbringen, erklärte am Freitag Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam. Der "höchste Chef" der Bande Guerreros Unidos sei zusammen mit einem seiner engsten Vertrauten gefasst worden, sagte seinerseits Chefermittler Tomás Zerón.

Die 43 Studenten sind seit dem 26.September verschwunden, viele Mexikaner fürchten, dass sie ermordet wurden. Sie waren in Iguala im Bundesstaat Guerrero nach Spendensammlungen von örtlichen Polizisten festgenommen und später offenbar an die Bande Guerreros Unidos übergeben worden. Seitdem fehlt von ihnen jede Spur.

Mehrere tausend Menschen demonstrierten am Freitag in Acapulco, der größten Stadt im Bundesstaat Guerrero, für die Vermissten. Viele von ihnen vermummt, zogen sie durch die Straßen der Stadt und skandierten immer wieder "Lebend wurden sie entführt, lebend wollen wir sie zurück". Zugleich forderten die Demonstranten in dem Urlauberort an der Pazifikküste den Rücktritt von Gouverneur Ángel Aguirre, dem sie zu zögerliches Handeln vorwerfen.

Erst am Donnerstag hatten hunderte Studenten und Lehrer mit der Besetzung von Rathäusern in Guerrero begonnen. Auch sie sorgen sich um das Schicksal der Lehramtsstudenten. Deren Verschwinden wirft ein Schlaglicht auf die Zustände in dem Bundesstaat, in dem Sicherheitskräfte, Behörden und das organisierte Verbrechen oftmals unter einer Decke stecken.

So besteht unter anderem der Verdacht, dass Mitglieder der Bande Guerreros Unidos die Studenten im Auftrag der Ehefrau des Bürgermeisters von Iguala ermordeten, um eine Protestaktion am folgenden Tag zu verhindern. Der Bürgermeister und seine Frau sind seitdem auf der Flucht.

(AFP)
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