Venedig: Neues Hochwasser droht - Unwetter in Italien

Unwetter in ganz Italien : Venedig droht dritte Überschwemmung innerhalb von einer Woche

Die Menschen sind es leid. Seit Tagen fluten Wassermassen Venedig. Nun geht es weiter. Eine neue Flutwelle wird erwartet. Der Bürgermeister richtet einen Appell an Klimaforscher. Über fast ganz Italien ziehen derweil Unwetter.

Venedig droht die dritte Flutwelle innerhalb von einer Woche. Für Sonntag rief das Gezeitenbüro der Kommune die höchste Warnstufe aus. Das Wasser soll demnach bis zu Mittag auf einen Stand von 160 Zentimetern steigen. Das würde bedeuten, dass die historische Lagunenstadt zu großen Teilen unter Wasser steht. Städtische Museen sollten am Sonntag geschlossen bleiben. Auch für den Beginn der kommenden Woche ist noch kein Ende des Hochwassers in Sicht.

„Es wird auch morgen (Sonntag) ein harter Tag sein“, sagte Bürgermeister Luigi Brugnaro. „Aber der Wind wird schwächer, deshalb sollte die Lage überschaubarer sein.“ Am Dienstag hatte die höchste Flut seit mehr als 50 Jahren verheerende Schäden in Venedig angerichtet. Das Wasser war getrieben von starkem Wind auf bis zu 187 Zentimeter gestiegen. Am Freitag fluteten Wassermassen dann erneut einen Großteil der Unesco-Welterbestadt.

Brugnaro sagte, auch aus dem Ausland komme viel Hilfe, darunter aus Russland. Der Bürgermeister will ein weltweites Zentrum für Klimawandel-Studien in Venedig einrichten, das sich auch mit der Wasserverschmutzung beschäftigen solle. „Ich will einen großen Appell an die Wissenschaftler richten: kommt hier her.“

Unterdessen warnte der Zivilschutz für fast ganz Italien vor Sturm und Niederschlägen. Seit Freitag war die Feuerwehr im Land mehr als 2200 Mal im Einsatz, wie die Retter am Samstag mitteilten. In Südtirol bereiteten sich die Einsatzkräfte auf neue Schneefälle vor, die schon am Freitag ein Chaos angerichtet und tausende Leute wegen der dadurch verursachten Stromausfälle im Dunklen sitzen gelassen hatten.

Durch Schnee bis in mittlere und tiefe Lagen könnten Lawinen abgehen, teilte die Landesverwaltung in Bozen mit. „Zu rechnen ist auch mit umstürzenden Bäumen, Steinschlägen und Erdrutschen, kleinräumigen Überflutungen, Stromausfällen und Kommunikationsausfällen sowie Verkehrsbehinderungen.“

(zim/dpa)