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Vatikan will italienisches Anti-Homophobie-Gesetz ändern

Nach Medienberichten : Vatikan will italienisches Anti-Homophobie-Gesetz ändern

Seit Monaten wird in Italien über die Einführung des Anti-Homophobie-Gesetztes gestritten. Nun soll sich auch der Vatikan in diesen Prozess eingeklinkt haben - mit einem Änderungswunsch.

In Italien hat ein Medienbericht über den Versuch des Vatikans, Einfluss auf den Entwurf eines italienischen Anti-Homophobie-Gesetzes zu nehmen, für Aufsehen gesorgt. Die Zeitung „Corriere della Sera“ berichtete am Dienstag, Vatikanvertreter seien am 17. Juni in der italienischen Botschaft am Heiligen Stuhl erschienen und hätten mit einer Verbalnote um die Änderung des Gesetzestextes gebeten. Wegen seines Initiators Alessandro Zan von den Sozialdemokraten wird das Gesetz nur ddl Zan genannt.

Die Pressestelle des Vatikans bestätigte die Übermittlung der Verbalnote. „Wenn dies dem Heiligen Stuhl Sorgen bereite, dann sicherlich auch jedem von uns“, antwortete Kardinal Kevin Joseph Farrell am Dienstag auf eine Frage zu dem Fall während einer Pressekonferenz.

Dem Zeitungsbericht zufolge sieht sich die katholische Kirche durch das ddl Zan in den ihr zugesicherten Freiheiten eingeschränkt. Diese beruhen auf einer Vereinbarung, die der Vatikan und Italien 1984 unterzeichneten. Sie regelt etwa die Organisationsfreiheit der Kirche. Den Vatikan besorgt, dass das Gesetz zum Beispiel vorsieht, Privatschulen nicht davon zu befreien, etwas für den nationalen Tag gegen Homo- und Transphobie zu organisieren, wie es in dem Bericht weiter heißt.

Es handle sich um einen beispiellosen Akt des Vatikans in der Geschichte der Beziehungen der beiden Staaten, zumindest soweit das öffentlich bekannt sei, schrieb der „Corriere della Sera“ weiter.

Das ddl Zan hat erst in einer der beiden italienischen Parlamentskammern grünes Licht bekommen. Seit Monaten streiten Politiker und Aktivisten darum. Rechte Parteien laufen dagegen Sturm und versuchten es bereits im parlamentarischen Prozess zu stoppen. Künstler wie der Rapper Fedez machten auf Konzerten und im Internet gegen das Verhalten der Rechten mobil.

(june/dpa)