Sündiger Kirchenstaat: Vatikan hat die höchste Kriminalitätsrate der Welt

Sündiger Kirchenstaat: Vatikan hat die höchste Kriminalitätsrate der Welt

Vatikanstadt (RPO). Nirgendwo auf der Welt ist Kriminalitätsrate so hoch wie im Vatikan. Die Justiz des Kirchenstaates befasste sich im vergangenen Jahr mit 486 Straf- und 341 Zivilverfahren - und das, obwohl der Vatikan nur 492 Staatsbürger hat. Bei einem Großteil der Vergehen handelt es sich jedoch um Taschendiebstähle auf dem Petersplatz.

Das erklärte Staatsanwalt Nicola Picardi am Samstag bei der Eröffnung des vatikanischen Gerichtsjahres 2007. Die hohe Kriminalitätsrate sei jedoch nicht auf besondere Streitsucht der Vatikanbürger oder auf eine hohe kriminielle Energie zurückzuführen, so der Bericht. Sie hänge damit zusammen, dass jährlich mehr als 19 Millionen Menschen den Petersplatz, den Petersdom und die vatikanischen Museen besuchten, die für jedermann offen zugänglich seien.

Bei den Straftaten handele es sich meist um Taschendiebstähle oder kleinere Betrügereien, sagte Picardi. Jedoch blieben viele der Verfahren unaufgeklärt, weil sich die Täter über die offene Grenze nach Italien absetzten und damit der vatikanischen Justiz entzögen,

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Angesichts der neuen Formen des internationalen Terrorismus empfahl der Staatsanwalt einen Anschluss des Vatikan an das Schengen-Abkommen - wie es auch für die Nicht-EU-Staaten Island oder Norwegen geregelt sei. Dabei gehe es nicht um die Abschaffung von Grenzkontrollen, sondern um einen intensiveren Informations- und Planungsaustausch über polizeiliche Erkenntnisse und Personenschutz. Dies sei ganz besonders wichtig im Kontakt mit Italien.

(afp)
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