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Vatikan: Ausgaben und Einnahmen offengelegt

Kirchenstaat legt Einnahmen offen : Vatikan gewährt Einblick in seine Finanzen

Zum ersten Mal seit 2016 hat der Vatikan Mitteilungen zu seinen Finanzen gemacht – und ist dabei erstmals ins Detail gegangen. Papst Franziskus hatte schon bei seinem Amtsantritt mehr Transparenz versprochen.

Der Vatikan hat erstmals detailliert seine Einnahmen, Ausgaben und Bilanz offengelegt. Das Defizit der Vatikan-Bürokratie war laut der Mitteilung vom Donnerstag im vergangenen Jahr mit elf Millionen Euro geringer als im Vorjahr, als es 75 Millionen Euro betragen hatte. Das Nettovermögen der Kurie betrug 1,4 Milliarden Euro, bei Einbeziehung der Vatikanischen Museen, der Vatikanbank und anderer Einheiten vier Milliarden Euro.

Die Veröffentlichung ist die erste Mitteilung des Vatikans zu seinen Finanzen seit 2016. Dabei hatte Papst Franziskus schon bei seinem Amtsantritt 2013 mehr Transparenz versprochen.

Der Vatikan veröffentlichte auch erstmals eine Aufteilung der Ausgaben auf die einzelnen Abteilungen des Heiligen Stuhls, der Zentralverwaltung der Katholischen Kirche, der 1,2 Milliarden Gläubige angehören.

Auf die Kongregation für die Glaubenslehre, die alle Sexualvergehens-Vorwürfe gegen Geistliche behandelt, entfielen Ausgaben von 3,36 Millionen Euro, was einem Prozent der Gesamtausgaben der Kurie für apostolische Arbeit entsprach. Die Ausgaben der Kongregation waren damit geringer als beispielsweise die der Apostolischen Bibliothek des Vatikans oder die von dessen Archiven. Die Kongregation hat seit langem geklagt, dass sie zu wenig Personal und Ressourcen habe, um den Berg an Fällen zu bearbeiten, die den Vatikan in den vergangenen Jahren erreichten.

Der Vatikan veröffentlichte die Informationen vor der am Sonntag anstehenden Kollekte des Peterspfennigs, einer Sonderspende, um die Katholiken ein Mal im Jahr gebeten werden, um die gemeinnützige Arbeit des Papstes zu unterstützen und den Betrieb des Heiligen Stuhls zu finanzieren.

(sed/dpa/)