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USA: Mann steckte Ex in Koffer und ließ sie sterben

Fall in den USA : Mann steckte Ex in Koffer und ließ sie sterben

In einer Wohnung im Staat New York gibt es zwischen einem früheren Paar heftigen Streit, an dessen Ende es zu einer grausamen Tat kommt. Der Richter spricht von einem „widerwärtigen“ Mord, für den ein junger Mann für viele Jahre ins Gefängnis gehen muss.

Im Streit stopfte er seine Ex-Freundin in einen Koffer und ließ sie qualvoll ersticken - dafür muss ein Mann im US-Staat New York für 30 Jahre ins Gefängnis. Das Urteil gegen Javier Da Silva wurde in einem Bundesgericht in White Plains verhängt. Im vergangenen Jahr hatte der Venezolaner sich schuldig bekannt, seine damals 24-jährige Ex-Freundin Valerie Reyes entführt zu haben. Da Silva gab auch zu, dass er und die junge Frau in deren Wohnung Ende 2019 eine tätliche Auseinandersetzung gehabt hätten - rund neun Monate nach ihrem Beziehungs-Aus. Er habe Reyes an Füßen und Armen gefesselt, ihr den Mund mit Klebeband zugeklebt und sie in einen Koffer gesteckt, als sie noch lebte, räumte er bei einer Anhörung ein.

Den Koffer habe er dann in einem Waldgebiet in Greenwich im Staat Connecticut entsorgt. Dort wurde er eine Woche nach der Tat gefunden. Ein Gerichtsmediziner stellte fest, dass Reyes an Erstickung starb.

Die junge Frau lebte in New Rochelle im Staat New York, arbeitete in einem Buchladen und hoffte auf eine Karriere als Tattoo-Künstlerin. Nach Angaben von Da Silvas Anwälten floh ihr Mandant 2017 vor den politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen in Venezuela nach Amerika, um sich dort ein besseres Leben aufzubauen. Er lebte in New York City und verdingte sich als Koch und Kassierer in einem Schnelllokal, wie aus Gerichtsakten hervorgeht. Zum Zeitpunkt der Tötung von Reyes hatte sich Da Silva nach Behördenangaben über die Gültigkeitsdauer seines Visums hinaus in den USA aufgehalten.

Während der Anhörung entschuldigte sich Da Silva bei der Familie des Opfers. „Keine Worte können beschreiben, wie angeekelt ich von den Taten bin, die ich begangen habe“, sagte er. Er werde sich das nie vergeben. „Ich kann (ihre Familie) nicht um Verzeihung bitten, weil ich es nicht verdiene“, erklärte Da Silva.

Die Staatsanwälte widersprachen der Darstellung der Anwälte, dass es ihrem Mandant leid tue. Schließlich habe er keine Reue gezeigt, als er Reyes im Koffer habe sterben lassen und dann mit ihrer Bankkarte mehr als 5000 Dollar abgehoben und ihren Tabletcomputer verkauft habe, argumentierten die Ankläger. Richter Vincent Briccetti schloss sich dem offenbar an und nannte Da Silva in seiner Urteilsbegründung „eine üble Person“. Der Mord an Reyes sei „widerwärtig“ gewesen.

(ala/dpa)