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USA: Kohlendioxid-Ausstoß 2018 deutlich gestiegen

Neue Studie : Kohlendioxid-Ausstoß der USA 2018 deutlich gestiegen

Kurzfristig waren die CO2-Emissionen in den USA gesunken. Jetzt steigen die Werte einer neuen Studie zufolge wieder an - trotz der Stillegung zahlreicher Kohlekraftwerke.

In den USA der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) erstmals seit acht Jahren wieder stark angestiegen. Das ist das vorläufige Ergebnis einer Studie, die das unabhängige US-Analysehauses Rhodium Group am Dienstag veröffentlichte. Den Forschern zufolge legten die Emissionen um 3,4 Prozent zu. Laut der Studie ist das der zweitgrößte Zuwachs seit mehr als zwei Jahrzehnten. Gründe für diese Entwicklung sehen die Forscher vor allem in der boomenden US-Konjunktur.

Zwar wurde 2018 eine Rekordzahl an Kohlekraftwerken in den USA stillgelegt, so die Forscher. Dennoch sei der CO2-Ausstoß des Energiesektors spürbar gestiegen. Zudem blies die US-Industrie angesichts höherer Produktion erheblich mehr Klimagase in die Luft.

Die größte US-Emissionsquelle ist laut der Studie aber das dritte Jahr in Folge der Transportsektor. Zwar gingen die Autoabgase zurück, doch Emissionen durch Flugzeuge und Lastwagen legten wegen der florierenden Wirtschaft stark zu. Verglichen mit 2005 haben die USA ihren Kohlendioxid-Ausstoß zwar noch immer um rund elf Prozent verringert. Doch der stärkste Jahresanstieg, seit das Land sich 2010 von der Rezession erholte, könnte nun eine längerfristige Trendwende markieren.

Von 2007 bis 2015 machten die USA der Analyse zufolge die größten Fortschritte: die Emissionen sanken in diesem Zeitraum um gut zwölf Prozent. Dabei habe die zeitweise schwache Konjunktur zwar eine wichtige Rolle gespielt, so die Rhodium Group. Allerdings sei auch die starke Veränderung des Energiemixes entscheidend gewesen. Die Regierung von Trumps Vorgänger Barack Obama hatte eine Wende weg von Kohle- und hin zu Erdgas-, Wind- und Solarenergie eingeleitet.

Trump verfolgt jedoch eine völlig andere Linie. Einst bezeichnete er den Klimawandel als Konzept Chinas, um die USA wettbewerbsunfähig zu machen. 2017 zog Trump die USA aus dem internationalen Pariser Klimaschutzabkommen zurück. Trumps Regierung ist zudem schon seit längerem dabei, Maßnahmen und Beschlüsse zur Reduzierung von Abgas-Emissionen aufzuweichen, die aus der Obama-Ära stammen. So brachte Trump eine Lockerung der Abgasregeln für Autos auf den Weg und stellte die Vorschriften für Kohlekraftwerke auf den Prüfstand.

2017 war der globale Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase wieder angestiegen, nachdem es der Welt drei Jahre lang gelungen war, die Emission von CO2 stabil zu halten. Die CO2-Emissionen sind seit Beginn der industriellen Revolution Ende des 19. Jahrhunderts langsam aber stetig gestiegen. In den 50er Jahren legten sie deutlich zu. Das von Menschen verursachte CO2 ist für mehr als 90 Prozent der globalen Erwärmung seit 1950 verantwortlich, wie amerikanische Wissenschaftler Anfang November im offiziellen US-Klimaschutzbericht erklärten.

Nach drei Jahren mit gesunkenem CO2-Ausstoß wurden 2017 einem Bericht des UN-Programms Unep zufolge weltweit 53,5 Giga-Tonnen des klimaschädlichen Gases freigesetzt. Größter Verursacher von Treibhausgasen ist die Voksrepublik China. Die USA folgen an zweiter Stelle.

(juju/dpa)