USA: Gläubige feiern Gottesdienst mit Gewehren und Pistolen

Debatte um US-Waffenrecht : Gläubige feiern Gottesdienst mit Gewehren und Pistolen

Sie brachten ihre Waffen mit und ließen sie von einem Prediger segnen: Mitten in der Diskussion über schärfere Gesetze hat eine Religionsgemeinschaft in den USA einen Gottesdienst mit Gewehren und Pistolen zelebriert. Einige Gläubige trugen Kronen aus Munitionshülsen.

Seit einigen Tagen wird in den USA wieder über die Verschärfung des Waffenrechts diskutiert - dieses Mal vielleicht mit Erfolg: Firmen beenden die Zusammenarbeit mit der Waffenlobby NRA. Die Supermarktkette Walmart erhöht das Mindestalter für Waffenkäufer. Und sogar Donald Trump spricht sich für schärfere Gesetze aus. Er reagiert damit auf die Proteste nach dem Blutbad an einer Schule in Florida. Vor allem Überlebende der High School in Parkland machen sich für strengere Waffengesetze stark.

Eine Religionsgemeinschaft im US-Bundesstaat Pennsylvania ist offensichtlich dagegen: Nachrichtenagenturen veröffentlichten Fotos von einem Gottesdienst der Kirche World Peace and Unification Sanctuary, auf denen Gläubige Waffen tragen. Demnach pilgerten Hunderte in die Kirche. Dutzende trugen ein Gewehr vom Typ AR-15, das vor zwei Wochen beim Schulmassaker in Florida mit 17 Toten benutzt worden war. Munition und Magazine hätten die Kirchgänger zuvor entfernt, berichtete die Zeitung "The Inquirer". Andere brachten Pistolen mit.

Dazu aufgerufen hatten zwei Söhne des selbst ernannten und mittlerweile verstorbenen "Messias" Sun Myung Moon. Auf den Fotos von der Zeremonie waren Frauen in weißen Kleidern mit Kronen auf dem Kopf zu sehen. Einige dieser Kronen bestanden aus Munitionshülsen. Einige Gläubige schmiegt sich mit geschlossenen Augen an ihre Waffen. Zu der Zeremonie seien Anhänger der Glaubensgemeinschaft auch aus Japan, Südkorea und Europa angereist, berichteten die Medien.

Der Koreaner Sun Myung Moon hatte in den 50er Jahren eine Bewegung gegründet, die zeitweise als Vereinigungskirche bekannt war. Sein Sohn Hyung Jin Moon gründete seine eigene Bewegung "World Peace and Unification Sanctuary". In dem kleinen Ort Newfoundland im ländlichen Bezirk Wayne County ist er der Zeitung zufolge Pastor dieser Glaubensgemeinschaft. Die Kleinstadt liegt knapp 200 Kilometer nördlich von Philadelphia.

(wer)