Unterhaltungsriese beklagt „Vergeltung“ Disney verklagt Floridas Gouverneur DeSantis

Washington · Der Konzern wirft dem Politiker eine „gezielte Kampagne der Vergeltung“ vor. Am Mittwoch wurde nun eine Klage eingereicht. Disney und DeSantis führen schon seit dem vergangenen Jahr einen erbitterten Streit.

 Disney hat den Gouverneur des US-Bundesstaates Florida, DeSantis, im Streit um eine kritische Äußerung des Unterhaltungskonzerns gegen den Politiker verklagt. Das Bild zeigt eine Statue von Walt Disney und Micky Maus vor dem Cinderella-Schloss im Magic Kingdom von Walt Disney World.

Disney hat den Gouverneur des US-Bundesstaates Florida, DeSantis, im Streit um eine kritische Äußerung des Unterhaltungskonzerns gegen den Politiker verklagt. Das Bild zeigt eine Statue von Walt Disney und Micky Maus vor dem Cinderella-Schloss im Magic Kingdom von Walt Disney World.

Foto: dpa/John Raoux

Der US-Unterhaltungsriese Disney+ hat Floridas Gouverneur Ron DeSantis im Streit um den Freizeitpark „Disney World“ verklagt. In der am Mittwoch bei einem Bundesgericht eingereichten Klage wirft Disney dem erzkonservativen Politiker vor, eine „gezielte Kampagne der Vergeltung“ gegen den Konzern anzuführen. Der Republikaner wolle Disney „bestrafen“, weil das Unternehmen einen „politischen Standpunkt“ geäußert habe, der manchen politischen Verantwortlichen des Bundesstaates nicht gefalle.

Die Vergeltungsaktion des Gouverneurs, der als potenzieller Präsidentschaftsbewerber der Republikaner gehandelt wird, bedrohe das Geschäft von Disney und verletze die in der US-Verfassung verankerte Meinungsfreiheit, erklärte Disney weiter. Das Unternehmen müsse vor Gericht ziehen, um Mitarbeiter, Gäste und Partner des Freizeitparks zu schützen.

Disney und DeSantis führen schon seit dem vergangenen Jahr einen erbitterten Streit, der jetzt zunehmend eskaliert. Der Unterhaltungskonzern hatte ein von dem Gouverneur vorangetriebenes Gesetz kritisiert, das Unterricht an Kindergärten und in den ersten drei Grundschuljahren über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität verbietet.

Kritiker verurteilen das Gesetz als LGBTQ-feindlich und bezeichnen es als „Don't Say Gay“-Gesetz („Sag nicht schwul“-Gesetz). Der damalige Disney-Chef Bob Chapek kritisierte das Gesetz ebenfalls und stoppte alle politischen Spenden seines Unternehmens in Florida.

DeSantis reagierte verärgert auf die Kritik von Disney – und ließ ein Gesetz beschließen, das den Selbstverwaltungsstatus von „Disney World“ stark einschränkt. Kürzlich drohte der Gouverneur, in der Nähe von „Disney World“ in Orlando könnte ein anderer Freizeitpark oder sogar ein Gefängnis errichtet werden.

DeSantis verfolgt in Florida einen scharf rechten Kurs und wurde im vergangenen Herbst mit einem Erdrutschsieg zum Gouverneur wiedergewählt. Der 44-Jährige gilt als potenziell aussichtsreichster Rivale von Ex-Präsident Donald Trump im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner für die Wahl 2024. DeSantis hat seine Bewerbung aber noch nicht offiziell verkündet.

(grz/AFP)