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USA: Auf Kaution frei - R. Kelly bittet Gericht um Reise nach Dubai

Missbrauchsvorwürfe gegen Sänger : R. Kelly bittet Gericht um Reise nach Dubai

US-Sänger R. Kelly will nach Dubai reisen, um dort Konzerte zu geben. Eigentlich steht er gerade wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht und ist nur auf freiem Fuß, weil er 100.000 Euro als Kaution hinterlegt hat.

Der wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht stehende US-Musiker R. Kelly hat im laufenden Verfahren seine Ausreise nach Dubai beantragt. Er wolle dort im April einige Konzerte geben und „die königliche Familie“ treffen, hieß es am Mittwoch in einer Eingabe seines Anwalts vor Gericht. Womöglich um Spekulationen vorzubeugen erklärte Anwalt Steven Greenberg, die USA und die Vereinigten Arabischen Emirate unterhielten großartige Beziehungen. Die Emirate würden dies nicht aufs Spiel setzen, um Kelly einen sicheren Hafen zu bieten.

In Dubai haben neben Prominenten auch frühere Staatenlenker auf der Flucht Unterschlupf gefunden. Weder in Dubai noch anderswo in den Emiraten wurde eine Anfrage der Nachrichtenagentur AP zu Kellys Bitte kommentiert. Der einstige R&B-Star wird am Freitag zu einer weiteren Anhörung vor Gericht erwartet. Ende Februar wurde er wegen mutmaßlichem sexuellen Missbrauch von drei Mädchen und einer Frau angeklagt. Er streitet die Vorwürfe ab.

In der Anfrage an das Gericht argumentierte Greenberg, zuletzt habe Kelly Probleme bei Unterhaltszahlungen und anderen Summen für die Kindererziehung gehabt. Zu den Auftritten in Dubai habe er sich vor seiner Festnahme mit Unterschrift verpflichtet. Wo genau Kelly auf die Bühne treten sollte, wurde nicht gesagt. Luxus-Nachtclubs in Dubai buchen Hip-Hop-Musiker und andere Künstler allerdings oftmals über einen Zeitraum von mehreren Tagen. Reiche Familien bezahlen zudem für Promi-Auftritte auf ihren Partys.

Unklar ist auch, was die Formulierung „königliche Familie“ in Kellys Antrag meint. Die sieben Emirate werden jeweils von Herrschern mit absoluter Macht regiert. Dubai wird von Emir Scheich Mohammed bin Raschid Al-Maktum kontrolliert, sein Sohn ist der nächste in der Rangfolge.

Die USA haben kein Auslieferungsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dort sind aber 5000 US-Soldaten stationiert.

(kron/dpa)