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USA : Acht Tote nach Schüssen in Kurierdienst-Lager Fedex in Indianapolis

Tatverdächtiger tot : 19-Jähriger erschießt acht Menschen in Fedex-Niederlassung in den USA

In einem Kurier- und Logistikzentrum in Indianapolis hat ein Mann am Donnerstag acht Menschen getötet und sieben weitere verletzt. Der mutmaßliche Angreifer hat laut Polizei früher dort gearbeitet.

Die tödlichen Schüsse auf acht Menschen in einem Paketzentrum in Indianapolis sind von einem ehemaligen Mitarbeiter abgegeben worden. Das teilten die Polizei und der Betreiber Fedex am Freitag mit. Bei dem Täter handele es sich um den 19-jährigen Brandon H. Er habe zuletzt im vergangenen Jahr für den Paketdienstleister gearbeitet, berichtete die Polizei. Unklar war zunächst, ob er von Fedex entlassen worden war. Das Tatmotiv hätten Ermittler noch nicht herausgefunden.

 Ermittler hätten eine Wohnung in der US-Stadt durchsucht, bei der ein Bezug zum Tatverdächtigen bestehe, sagten zwei Bedienstete der Strafverfolgungsbehörden der Nachrichtenagentur AP. Die Beamten hätten Beweismittel beschlagnahmt, darunter Computer und andere elektronische Datenträger.

Der Täter hatte am Donnerstagabend (Ortszeit) begonnen, die Schüsse abzufeuern. Er habe wahllos auf Menschen auf dem Parkplatz geschossen und sei dann ins Gebäude gegangen und habe weiter geschossen, berichtete die Polizei. Acht Menschen kamens ums Leben, sieben weitere wurden verletzt. Der mutmaßliche Täter habe sich dann offenbar selbst getötet.

In dem Fedex-Zentrum arbeiten Medienberichten zufolge mehr als 4000 Menschen. Fedex-Chef Frederick Smith sprach in einem Brief an die Mitarbeiter von einem "verheerenden Tag". "Worte können kaum beschreiben, was wir empfinden."

US-Präsident Joe Biden sprach von einer weiteren "Tragödie" nach einer Reihe von Schusswaffenattacken in diesem Jahr. Er ordnete an, die US-Fahnen am Weißen Haus, an öffentlichen Gebäuden, US-Botschaften und Militärstützpunkten auf Halbmast zu setzen.

"Waffengewalt ist eine Seuche in Amerika", erklärte Biden. "Aber wir sollten sie nicht hinnehmen. Wir müssen handeln." Der Präsident erinnerte an seine erst vor einer Woche angekündigten Maßnahmen zur Eindämmung der Waffengewalt und forderte den Kongress erneut auf, weitergehende Beschränkungen des Waffenrechts zu erlassen.

Die USA werden immer wieder von Schusswaffenattacken mit vielen Toten erschüttert. Allein im März wurden bei einem Angriff auf mehrere Massagesalons in Atlanta im Südstaat Georgia acht Menschen getötet und bei einen Angriff auf einen Supermarkt in Boulder im Bundesstaat Colorado zehn Menschen. In Indianapolis gab es in diesem Jahr bereits drei Schusswaffenattacken mit mindestens vier Toten.

In den USA sterben jährlich rund 40.000 Menschen durch Schusswaffen. Fast zwei Drittel davon sind Suizide. Trotz dieser Zahlen scheitern immer wieder Versuche einer Verschärfung des Waffenrechts am Widerstand der konservativen Republikaner und der mächtigen Waffenlobby.

Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

(peng/bora/dpa/afp)