Unwetter in Jordanien: Felsenstadt Petra evakuiert

Unwetter in Jordanien: Felsenstadt Petra evakuiert - Touristen werden in Sicherheit gebracht

Wassermassen schieben sich mit großer Kraft durch die Welterbestätte Petra in Jordanien. Was für einige Touristen ein Spektakel ist, endet andernorts tödlich.

Bei Sturzfluten nach heftigen Regenfällen in Jordanien sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Aus der berühmten Felsenstadt Petra mussten mehr als 3700 Touristen in Sicherheit gebracht werden. In Teilen des berühmten Unesco-Welterbes und der Umgebung stiegen die Fluten bis zu vier Meter hoch, wie das Staatsfernsehen am Samstag berichtete. Fernsehbilder zeigte Touristen, die in höher gelegenen Teilen der Wüstenregion Schutz suchten. Aufnahmen von Besuchern in Petra zeigten, wie sich Wassermassen durch die Felsformationen der archäologischen Stätte schoben. Alle Touren in das Gebiet wurden vorläufig ausgesetzt.

Nahe der historischen Stadt Madaba suchten die Rettungskräfte am Samstag nach einem Mädchen, das von den Fluten mitgerissen wurde. Ein zweites zunächst vermisstes Mädchen wurde tot gefunden. Sämtliche Schulen blieben am Samstag geschlossen, da weitere schwere Regenfälle vorausgesagt waren.

Neben den Todesopfern gab es in verschiedenen Teilen des Landes auch Verletzte. Regierungssprecherin Dschumana Ghuneimat sagte, der Zivilschutz suche nach Vermissten. Das Militär setzt Helikopter ein. Auch eine wichtige Überlandstraße wurde geschlossen. Anwohner betroffener Gebiete sollten nahe gelegene Schulen aufsuchen, in denen Notunterkünfte eingerichtet wurden.

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Erst vor etwa zwei Wochen waren bei schweren Unwettern im Westen Jordaniens 21 Menschen ums Leben gekommen - darunter zahlreiche Schüler, die auf der Rückfahrt von einem Ausflug in die Urlaubsregion am Toten Meer waren. Die Wassermassen rissen ihren Schulbus sowie mehrere Spaziergänger mit sich. Nach der Katastrophe waren der Bildungs- und der Tourismusminister zurückgetreten.

Jordanien ist ein wasserarmes Land und besteht zu 90 Prozent aus Wüsten. Schwere Regenfälle können vom trockenen Boden nicht aufgenommen werden und Sturzfluten auslösen.

Die im Süden des arabischen Landes gelegene Felsenstadt Petra ist eine der größten Sehenswürdigkeiten des Nahen Ostens und seit 1985 Unesco-Weltkulturerbe. Gegründet von den Nabatäern, einem arabischen Nomadenvolk, war Petra bis zur Eroberung durch die Römer 106 nach Christus Hauptstadt des Nabatäerreiches und ein Knotenpunkt für den Karawanenhandel von Saudi-Arabien nach Syrien. Berühmt sind vor allem die in die Felswände gemeißelten 600 Grabanlagen.

(wer/dpa/AFP)
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