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Ukraine-Krieg: Alexander Dwornikow - wer ist Russlands neuer Kommandeur?

Krieg in der Ukraine : Wer ist Russlands neuer Kommandeur Alexander Dwornikow?

Nach US-Angaben übernimmt der 60-jährige General Alexander Dwornikow die russische Führung des Kriegseinsatzes. Er führte schon in Syrien die russischen Truppen an, die gemeinsam mit der Armee von Präsident Assad ganze Städte dem Erdboden gleichmachten.

General Alexander Dwornikow soll den russischen Truppen nach den Rückschlägen in den ersten Wochen des Krieges in der Ukraine zum Sieg verhelfen. Nach US-Angaben übernahm der 60-Jährige die Leitung des Kriegseinsatzes. Bisher gab es keinen zentralen Kommandeur. Und kriegserfahren ist Dwornikow. Er führte schon in Syrien die russischen Truppen an, die gemeinsam mit der Armee von Präsident Baschar al-Assad ganze Städte mit zermürbenden Belagerungen, unaufhörlichem Artilleriebeschuss und krude gefertigten Fassbomben dem Erdboden gleichmachten.

Dwornikow kommt in einem Schlüsselmoment des russischen Angriffskrieges ans Ruder. Militärexperten rechnen damit, dass die russischen Truppen innerhalb der kommenden Tage mit einer groß angelegten und deutlich fokussierten Offensive im Osten der Ukraine beginnen.

Dwornikow hatte sich im sowjetischen und russischen Militär stetig nach oben gearbeitet, seit er 1982 erstmals einen Zug anführte. Er kämpfte im Krieg in Tschetschenien und bekleidete weitere Spitzenpositionen, bis er 2015 zum Syrien-Kommandeur der russischen Truppen bestellt wurde. 2016 wurde er von Präsident Wladimir Putin als Held Russlands ausgezeichnet, eine der höchsten Ehren des Landes. Seit dem gleichen Jahr kommandierte er die Soldaten des Südlichen Militärdistrikts.

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„Dieser Kommandeur ist ein Kriegsverbrecher“, sagte der syrische Armeedeserteur Fares al-Bajusch über Dwornikow. Unter ihm dürften die Russen auch in der Ukraine eine Strategie der „verbrannten Erde“ vorantreiben, also massive Zerstörung und viele zivile Opfer in Kauf nehmen. Darin habe der General viel Erfahrung, sagte Al-Bajusch.

Der nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Jake Sullivan, sagte dem Sender CNN, der neu bestellte General sei bekannt für seine Brutalität gegenüber Zivilisten in Syrien. Aber: „Keine Ernennung eines Generals kann die Tatsache ungeschehen machen, dass sich Russland bereits mit einem strategischen Scheitern in der Ukraine konfrontiert sah. Dieser General wird nur ein weiterer Urheber von Verbrechen und Brutalität gegen ukrainische Zivilisten sein.“

(mcv/dpa)