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Überlebender schildert Flugzeugkatastrophe von Karachi mit 97 Toten

„Habe Qualm und Feuer gesehen“ : Überlebender schildert Flugzeugkatastrophe von Karachi mit 97 Toten

Bei dem Flugzeugunglück in Pakistan sind 97 Menschen ums Leben gekommen. Zwei Passagiere überlebten den Absturz. Vom Krankenbett aus schilderte nun einer der beiden die dramatischen Momente an Bord.

Einer der beiden Überlebenden des Flugzeugabsturzes im pakistanischen Karachi hat die letzten Augenblicke vor der Katastrophe geschildert. Nach einem unspektakulären Flug sei der Airbus A320 beim Landeanflug plötzlich heftig durchgeschüttelt worden, sagte Mohammad Zubair in einem Telefoninterview vom Krankenbett. Die Maschine habe gedreht und der Pilot habe über die Sprechanlage erklärt, es gebe ein Triebwerksproblem, die Landung werde „schwierig“.

Dann sei er in einem Chaos wieder zu sich gekommen, sagte Zubair. „Ich habe so viel Qualm und Feuer gesehen. Ich hörte Menschen schreien, Kinder schreien“ berichtete der Maschinenbauingenieur. Er sei durch Rauch und Feuer hinausgekrochen, bis ihn schließlich Retter entdeckt und mit ihm zu einem Krankenwagen gehetzt seien.

Die Maschine der staatlichen Fluggesellschaft Pakistan International Airlines war am Freitag in ein dicht besiedelten Viertel in der Nähe des Flughafens gestürzt. An Bord des Airbus waren nach letzten Angaben der Luftfahrtbehörden 91 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. Nur zwei überlebten. Zunächst konnten nur 21 Tote identifiziert werden, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die meisten Leichen waren grässlich verbrannt.

Die Webseite Liveatc.net veröffentlichte die letzten Funksprüche zwischen Leitzentrale und Flugzeug. Demnach war offenbar der erste Landeversuch gescheitert und der Pilot unternahm einen weiteren Anlauf. „Wir kommen direkt Sir. - Wir haben Triebwerk verloren„, funkte er. „Bestätigen Ihren Versuch einer Bauchlandung“, antwortete der Tower. Dann sendete der Pilot noch Notrufe bis die Verbindung abbrach.

Das Flugzeug zertrümmerte an der Absturzstelle 18 Gebäude oder beschädigte sie schwer. Hier habe es acht Verletzte gegeben, von denen drei noch in Krankenhäusern lägen, erklärte das Gesundheitsministerium. Alle Vermissten seien gefunden worden. Die meisten Männer des Viertels seien zum Zeitpunkt des Absturzes wohl zum Freitagsgebet in der Moschee gewesen.

Die Piloten hatten den Luftverkehr in Pakistan erst in dieser Woche wieder freigegeben, kurz vor dem Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan, das zahlreiche Muslime für Familientreffen nutzen. Auch viele Menschen an Bord seien offenbar auf dem Weg zu Verwandten gewesen, sagte Wissenschaftsminister Fawad Ahmed Chaudhry der Nachrichtenagentur AP. Ganze Familien seien getötet worden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Passagierflugzeug stürzt in Pakistan in ein Wohngebiet ab

(mja/dpa)