Überfall auf Thalys: Polizei nimmt vier Männer in Belgien fest

Überfall auf Thalys: Vier Verdächtige in Belgien festgenommen

Zwei Jahre nach dem Überfall auf einen Thalys-Schnellzug von Amsterdam nach Paris hat die Polizei in Belgien bei vier Razzien sechs Häuser durchsucht. Vier Verdächtige wurden festgenommen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden die vier Männer vernommen; der Ermittlungsrichter sollte entscheiden, ob sie inhaftiert würden oder nicht. Vier Razzien fanden in Brüssel statt, zwei weitere im französischsprachigen Wallonien. Dabei wurden der Staatsanwaltschaft zufolge "weder Waffen, noch Sprengstoff" gefunden.

Am 21. August 2015 verhinderten zwei zufällig mitreisende US-Soldaten während der Thalys-Fahrt von Amsterdam nach Paris ein Blutbad. Sie überwältigen den schwer bewaffneten Islamisten Ayoub El Khazzani, als dieser in dem Zug das Feuer eröffnete und zwei Menschen verletzte. Der Marokkaner war mit einer Kalaschnikow, einer Pistole und einem Teppichmesser bewaffnet in dem Schnellzug aufgetaucht.

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Der in Frankreich inhaftierte Khazzani hatte im Dezember 2016 gestanden, dass er auf Anweisung des islamischen Extremisten Abdelhamid Abaaoud handelte, einer Schlüsselfigur der Anschläge vom 13. November 2015 in Paris mit 130 Toten. Die französische Polizei tötete Abaaoud fünf Tage später in Saint-Denis bei Paris.

Die Durchsuchungen am Montagmorgen fanden nach Angaben der Staatsanwaltschaft in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek sowie in Anderlecht, Laken, Andenne und Marche-en-Famenne statt. Vor allem Molenbeek ist seit langem als Rückzugsort und Hochburg von radikalen Islamisten bekannt. Auch der Thalys-Angreifer soll sich dort vor seinem Anschlagsversuch länger aufgehalten haben.

(laha)