Militärangriff war Vergeltungsaktion: Über 30 Zivilisten in Nigeria getötet

Militärangriff war Vergeltungsaktion: Über 30 Zivilisten in Nigeria getötet

Bei einem Vergeltungsangriff für einen Anschlag auf einen Militärposten haben die Regierungstruppen im Nordosten Nigerias zahlreiche Zivilisten getötet. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP sah am Montag bei einer Fahrt in einem Regierungskonvoi in der Stadt Maiduguri über 30 Leichen in den Straßen.

Sie hätten keine Waffen bei sich gehabt. Außerdem hätten die Soldaten rund 50 Häuser und Geschäfte in Brand gesteckt. Bei dem Angriff habe es sich um eine Vergeltungsaktion für einen Bombenanschlag auf eine Stellung der Streitkräfte in Maiduguri gehandelt, sagte ein Soldat.

Dabei war am Montagmorgen ein Leutnant ums Leben gekommen. "Sie haben einen unserer Offiziere getötet" rief ein Soldat. "Wir hatten keine Wahl." Offiziell äußerten sich die nigerianischen Streitkräfte zunächst nicht zu dem Einsatz.

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Maiduguri gilt als Hochburg der islamistischen Sekte Boko Haram, deren Kämpfer immer wieder Sicherheitskräfte und Regierungsvertreter angreifen. Die Streitkräfte berichten regelmäßig von Einsätzen, bei der sie nach eigener Darstellung Mitglieder oder Sympathisanten der Gruppe töten. Kritiker werfen dem Militär allerdings vor, beim Kampf gegen Boko Haram auch Zivilisten zu töten.

Boko Haram war nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP allein in diesem Jahr für den Tod von 690 Menschen verantwortlich.
Die Sekte, deren Name so viel wie "westliche Bildung ist Sünde" bedeutet, will in Nigeria das islamische Rechtssystem Scharia mit Gewalt durchsetzen.

(APD)
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