Tunesien: Bis zu 70 Migranten sollen vor Küste ertrunken sein

Flüchtlingsdrama im Mittelmeer : Bis zu 70 Migranten sollen vor tunesischer Küste ertrunken sein

Vor der tunesischen Mittelmeerküste sind am Freitag bis zu 70 Migranten ertrunken. Mindestens 16 seien von Fischern gerettet worden, die in der Nähe waren, als das Boot der Migranten kenterte, meldete die staatliche Nachrichtenagentur TAP.

Eine Mitarbeiterin der Organisation für Migration bestätigte das Unglück; sie sprach von 60 bis 70 Toten. Vor der libyschen Küste konnten mehr als 200 Migranten aus Seenot gerettet werden.

In diesem Jahr sind bisher rund 17.000 Migranten und Flüchtlinge über den Seeweg nach Europa gelangt. Das sind nach Zahlen der IOM in etwa 30 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Viele kommen bei dem Versuch, das Mittelmeer in seeuntauglichen Booten zu überqueren, ums Leben. Dieses Jahr wurden 443 Tote gezählt, in den ersten Monaten des vergangenen Jahres 620.

IOM-Sprecher Joel Millman sagte, sollte sich die Zahl der Toten vom Freitag bestätigten, wäre es das opferreichste Unglück seit dem 19. Januar, als ein Migrantenboot sank. 117 Menschen wurden als vermisst gemeldet und kamen aller Wahrscheinlichkeit nach ums Leben.

Eine IOM-Mitarbeiterin sagte, die geretteten Migranten würden von den tunesischen Behörden befragt und versorgt. In dem vor der Stadt Sfax am Morgen untergegangenen Schlepperboot seien unter anderem Migranten aus Bangladesch und Marokko gewesen.

Die 213 vor der Küste Libyens geretteten Migranten stammten aus mehreren arabischen und afrikanischen Staaten, wie die libysche Marine mitteilte. Sie seien in zwei Schlauchbooten unterwegs gewesen, die unabhängig voneinander am 8. Mai in See gestochen seien.

(felt/dpa)
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