Türkische Küste: Flüchtlingsboot sinkt - sieben Kinder und zwei Frauen sterben

Vor türkischer Küste: Flüchtlingsboot sinkt - sieben Kinder und zwei Frauen sterben

Bei einem Bootsunglück vor der türkischen Küste sind am Donnerstag neun irakische Flüchtlinge ertrunken. Sie hatten versucht, mit einem Schlauchboot nach Griechenland zu gelangen.

Sieben Kinder und zwei Frauen seien ums Leben gekommen, als ihr Schlauchboot am frühen Morgen auf dem Weg nach Griechenland vor der türkischen Küstenstadt Kusadasi unterging, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu. Vier Menschen konnten demnach von der türkischen Küstenwache vor der griechischen Insel Samos gerettet werden.

Auf einem von der Küstenwache veröffentlichten Video sind ein Hubschrauber und ein Rettungsboot zu sehen; ein Mensch wird aus dem Wasser gezogen. Auch Taucher waren im Einsatz. Zwölf der Flüchtlinge kamen aus dem Irak und einer aus Syrien, wie es von der Küstenwache hieß. Warum das Boot kenterte, war zunächst unklar.

Immer wieder kommt es zu tödlichen Unglücken, wenn Flüchtlinge auf Schlauchbooten versuchen, die griechischen Ägäis-Inseln zu erreichen, die oft nur wenige Kilometer vor der türkischen Küste liegen. Die meisten wollen anschließend weiter nach Mittel- oder Nordeuropa.

  • Streit um Erdgas und Inseln : Türkisches Schiff rammt Boot der griechischen Küstenwache

Seit dem Abschluss des EU-Flüchtlingsdeal mit der Türkei im März 2016 und der Schließung der Balkanroute ist die Zahl der Flüchtlinge in der Ägäis stark zurückgegangen.

Derzeit leben rund 3,5 Millionen Flüchtlinge in der Türkei, die meisten von ihnen Syrer. Wegen der Repressionen in der Türkei seit dem gescheiterten Militärputsch von Juli 2016 versuchen auch immer wieder Türken, über die Ägäis oder den Evros-Fluss nach Griechenland zu fliehen.

(das/AFP/dpa)