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Rauchverbot ausgeweitet: Türkei setzt "Anti-Raucher-Sheriffs" ein

Rauchverbot ausgeweitet : Türkei setzt "Anti-Raucher-Sheriffs" ein

Ankara (RPO). In türkischen Gaststätten und Restaurants darf seit Sonntag nicht mehr geraucht werden. Nur in separaten Raucherräumen ist der blaue Dunst weiterhin erlaubt. Die Regierung will das Verbot durch 4.500 "Anti-Raucher-Sheriffs" strikt durchsetzen und geht damit auf Konfrontationskurs mit Tabakindustrie und Gaststättenbesitzern.

Die Regierung hat die Ausweitung des seit Mai vergangenen Jahres geltenden Rauchverbots in öffentlichen Räumen gegen den Protest des Gastronomiegewerbes durchgesetzt. Rauchende Gäste müssen mit einer Geldstrafe von 69 Lira (32 Euro) rechnen, das Rauchverbot nicht durchsetzende Wirte mit Strafen von 560 bis 5.600 Lira (366 bis 3660 Euro).

Zur Überwachung sollen 4.500 "Anti-Raucher-Sheriffs" eingestellt werden. Nach Regierungsangaben sterben jährlich 100.000 Menschen in der Türkei an den Folgen des Rauchens. Seit dem vor mehr als eine Jahr geltenden Rauchverbot in öffentlichen Räumen sei die Zahl der Raucher um sieben Prozent zurückgegangen, sagte Gesundheitsminister Recep Akdag.

Kurz vor dem Inkrafttreten des Rauchverbotes hatten Teehausbetreiber und die Tabakindustrie gegen das Gesetz protestiert. Im westtürkischen Izmir kamen am Donnerstag Teehausbesitzer auf einem zentralen Platz zusammen, um demonstrativ Wasserpfeifen zu rauchen, wie die Zeitung "Milliyet" meldete. Der Zentralverband der Teehauswirte forderte eine Aufhebung des Gesetzes. Vertreter der Zigarettenindustrie beklagten Unklarheiten in der neuen Regelung.

Das türkische Parlament hatte das Gesetz im Januar vergangenen Jahres beschlossen. Seit Mai 2008 ist das Rauchen in öffentlichen Gebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln verboten. Damals erhielten Gastronomiebetriebe eine Übergangsfrist, die jetzt abläuft. Mit den Regelungen sollen vor allem Passivraucher geschützt werden. Der als überzeugter Nichtraucher bekannte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wies die Behörden des Landes in einem Erlass an, das Verbot strikt umzusetzen.

(AP)