Schweres Erdbeben bei den Salomonen Tsunami zerstört mehrere Dörfer

Washington/Honiara · Nach einem schweren Seebeben wird in weiten Teilen des Südpazifiks vor einem Tsunami gewarnt. Eine rund einen Meter hohe Flutwelle soll sich bei den Salomonen gebildet haben. Berichte über Schäden liegen bislang nicht vor.

Ein schweres Seebeben hat am Mittwoch den Südpazifik in der Nähe Inselstaates der Salomonen erschüttert und eine Tsunami-Warnung ausgelöst. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS erreichten die Erdstöße eine Stärke von 8,0. Das Epizentrum habe in einer Tiefe von 5,8 Kilometern unter dem Meeresboden bei den Santa-Cruz-Inseln gelegen.

Nach Angaben des Tsunami-Warnzentrums wurde durch das Beben eine rund einen Meter hohe Flutwelle ausgelöst. Dies hätten Messungen bei den Salomonen ergeben, sagte der Geophysiker Brian Shiro vom Pazifik-Tsunami-Warnzentrum dem US-Sender CNN. Die Höhe der Welle nannte er "erheblich". Allerdings beschränke sich das Ereignis offenbar auf die Region.

Keine Zahlen über Opfer

Nach Berichten des örtlichen Rundfunks sind drei Dörfer von dem Tsunami zerstört worden. Wie viele Menschen dort lebten, war unklar. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. "Wir hoffen, dass die Menschen sich in Sicherheit bringen konnten, bevor die Wellen kamen", sagte eine Mitarbeiterin des deutschen Honorarkonsuls in der Hauptstadt Honiara telefonisch.

Sie habe das Beben der Stärke 8 in der Hauptstadt nicht gespürt. Honiara ist etwa 600 Kilometer von der betroffenen Küste entfernt. Der deutsche Konsul war außer Landes. "Wir hier in Honiara sind alle in Sicherheit", sagte die Mitarbeiterin.

Die Hilfsorganisation World Vision hat Projekte in der Nähe des Epizentrums in Santa Cruz. "Unsere Mitarbeiter in der Provinz Temotu spürten das Beben und sagen, dass innerhalb von fünf Minuten die Wellen kamen, die auch die Landebahn überspülten", berichtete der World Vision-Länderdirektor auf den Salomonen, Andrew Catford. Bei einem Beben der Stärke 8,1 sind nach Angaben von World Vision 2007 in der Region 50 Menschen umgekommen.

Zwei starke Nachbeben

Die vom Pazifik-Tsunami-Warnzentrum ausgegebene Warnung vor den gefährlichen Flutwellen galt neben den Salomonen unter anderem auch für Papua-Neuguinea, Neukaledonien, Vanuatu, Tuvalu, Kiribati und Fidschi.

Auf Fidschi wurden die Bewohner der tieferliegenden Küstengebiete von den Behörden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Menschen in höher gelegenen Gebieten wurden gebeten, zu bleiben, wo sie sind, und die Evakuierungen nicht zu erschweren.

Eine Vorwarnstufe (Tsunami Watch) wurde für nahezu den gesamten südpazifischen Raum inklusive Indonesien, Neuseeland und Australien ausgerufen. Allerdings sahen die australischen Behörden zunächst keinen Grund, ihre Bevölkerung zu warnen.

Das Seebeben hatte die Region am Mittag (Ortszeit) erschüttert. Zwei Nachbeben erreichten eine Stärke von 6,4 beziehungsweise 6,6. Über Schäden oder Verletzte wurde zunächst nichts bekannt. Die Santa-Cruz-Inseln befinden sich etwa 120 Kilometer östlich des Epizentrums.

(dpa/csr)