Trump-Vertrauter Roger Stone im Visier der Russland-Ermittler

FBI-Ermittlungen : Trump-Vertrauter im Visier der Russland-Ermittler

Ein Berater und Vertrauter von US-Präsident Donald Trump traf sich im Mai 2016 mit einem Russen. Er wollte schädliche Infos über Hillary Clinton bekommen. Der Mann verlangte eine Millionensumme, weshalb schließlich kein Deal zustande kam. Trotzdem zeigt das FBI Interesse.

In der Russlandaffäre untersucht FBI-Sonderermittler Robert Mueller ein bislang nicht öffentlich bekanntes Treffen eines langjährigen Vertrauten von US-Präsident Donald Trump, Roger Stone, und einem russischen Staatsbürger.

In Briefen an den Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses wurde der Kontakt vom Mai 2016 offengelegt. Demnach wollte der Mann im Gegenzug für schädliche Informationen über die Wahlkampagne von Trumps damaliger Rivalin Hillary Clinton eine Summe von zwei Millionen Dollar. Stone lehnte das Angebot ab.

Das Treffen wurde von Michael Caputo arrangiert, der damals für Trumps Kampagne arbeitete. Er und Stone glauben nun nach eigener Aussage, der Mann sei ein FBI-Ermittler mit dem Auftrag gewesen, ihnen etwas anzuhängen. Der Betroffene hat das gegenüber der Zeitung „Washington Post“ geleugnet. Bei der Untersuchung des Sonderermittlers Mueller gerät Trumps Wahlkampfteam vermehrt in den Fokus. Der US-Präsident und seine Vertrauten haben etwaige Absprachen mit Moskau mehrfach abgestritten.

Die Briefe an den Geheimdienstausschuss sind von Stones und Caputos Anwälten verfasst worden und liegen der Nachrichtenagentur AP vor. Caputo sei dem Mann über seinen russischen Geschäftspartner vorgestellt worden, heißt es darin, und er habe denn ein Treffen mit Stone vorgeschlagen. Dieser hatte Trumps Wahlkampfteam zwar bereits 2015 verlassen, blieb aber ein informeller Berater des heutigen US-Präsidenten. Stones Anwalt zufolge lehnte sein Mandant das Angebot des Russen mit der Begründung ab, nicht für „politische Informationen“ zu zahlen.

Beide Männer haben laut ihrer Anwälte zügig vergessen, sich mit dem Mann getroffen zu haben. Bei einer Ermittlung des US-Kongresses zur mutmaßlichen Einmischung Russlands in die US-Präsidentenwahl 2016 gaben weder Caputo noch Stone den Kontakt an.

Indes teilte Caputo der AP mit, dass Muellers Ermittler ihn lange zu dem Treffen im Mai 2016 befragt hätten. „Sie haben mehr gewusst als ich, das hat meine Alarmglocken läuten lassen. Ich dachte - war das ein abgekartetes Spiel?“ Das FBI verweigerte einen Kommentar zu der Sache. Die Ermittlungen in der Russland-Affäre begannen nach offiziellen Angaben erst zwei Monate nach dem Treffen, im Juli 2016.

US-Präsident Donald Trumps Anwalt Rudy Giuliani sagte am Sonntag, es sei zwar zu einem Treffen mit dem Russen gekommen, dies habe aber zu nichts geführt. „Also, wenn überhaupt, ist es der Beweis, dass es keine Absprachen gab.“ Muellers Team könne von den USA bis nach Timbuktu ermitteln und werde trotzdem nichts finden. Trump verurteilte die Ermittlungen via Twitter erneut als „Hexenjagd“.

Kritik kam von dem demokratischen Abgeordneten Adam Schiff. Roger Stones Aussagen schienen fehlerhaft oder absichtlich irreführend gewesen zu sein, sagte er. Und dass Michael Caputo sich nicht mehr an das Treffen mit einem Russen, bei dem es um schädliche Informationen über Clinton ging, erinnern konnte, scheine auch nicht sehr plausibel.

(csr/dpa)
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