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Tragdie in Kolumbien: Busfahrer füllte Benzin bei laufendem Motor nach

33 Kinder sterben bei Bus-Brand in Kolumbien : Fahrer füllte Benzin bei laufendem Motor nach

Nach dem Tod von 33 Kindern bei einem Brand in einem überfüllten Bus muss sich der Fahrer wegen schwerer fahrlässiger Tötung vor einem kolumbianischen Gericht verantworten.

Das teilten die Behörden am Montagabend mit. Zeugen hätten ausgesagt, der Fahrer habe bei laufendem Motor Benzin aus einem Kanister nachgefüllt, als die Kinder im Bus saßen, sagte der Bürgermeister der Stadt Fundación, Luz Estella Duran. Dort hatte sich das Unglück am Vortag ereignet.

Laut dem Chef der örtlichen Autobahnpolizei, Carlos Mena, verfügte der Angeklagte zudem weder über eine Fahrlizenz noch über und eine vorgeschriebene Versicherung. Die Fahrzeugpapiere für den Wagen vom Typ Dodge waren seit langem nicht mehr gültig.

Der Bus hätte die Kinder im Alter zwischen ein und zwölf Jahren und einige Erwachsene von einem Gottesdienst einer evangelikalen Kirche nach Hause zurückbringen sollen. Im Fahrzeug befanden sich nach Angaben der Behörden etwa 50 Personen, obwohl es nur für 38 zugelassen war. 33 Kinder starben nach dem Unglück. Von 20 weiteren Verletzten im Krankenhaus sei die Hälfte in ernstem Zustand, sagte Bürgermeister Duran. Sie hätten Verbrennungen zweiten und dritten Grads erlitten.

Präsident Juan Manuel Santos, der eine Woche vor der Präsidentenwahl noch letzte Wahlkampfveranstaltungen in der Hauptstadt Bogotá geplant hatte, reiste nach Fundación und rief einen Tag der nationalen Trauer aus. "Gestern habe ich den Schmerz der Mütter und Väter gesehen", sagte Santos am Montag in einem Radiointerview. Er verlangte eine gründliche Untersuchung, um ähnlich sinnlose Tragödien künftig zu vermeiden.

Fundación liegt etwa 750 Kilometer nordöstlich von Bogotá im Department Magdalena und hat rund 80 000 Einwohner. Der 54-jährige Händler Nelson Tapias berichtete, er habe eine Enkelin und mehrere Neffen bei dem Unfall verloren. "Mein Herz ist zerrissen in sechs Teile", sagte er der Nachrichtenagentur AP am Telefon.

Der Obsthändler Manuel Solis betrauert ebenfalls einen Enkel. "Das Schmerzlichste und Seltsamste dabei ist, dass Jesús zum ersten Mal in die Kirche gegangen war", sagte er.

(ap)