Dichter Nebel in Belgien: Tote und Verletzte bei Massenkarambolage

Dichter Nebel in Belgien : Tote und Verletzte bei Massenkarambolage

Bei einer Massenkarambolage infolge dichten Nebels ist in Belgien mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Etwa 60 weitere Menschen wurden am Dienstag verletzt, mehrere von ihnen schwebten in Lebensgefahr, wie der Gouverneur der Provinz Westflandern, Carl Decaluwé mitteilte.

Bei dichtem Nebel rasten insgesamt mehr als 130 Autos zwischen Ypern und Kortrijk in der Region Flandern aufeinander, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Dienstag. Zunächst war in Meldungen von zwei Toten die Rede gewesen. Fünf Verletzte waren nach einer vorläufigen Bilanz noch in Lebensgefahr, daneben gebe es acht Schwerverletzte und 54 Leichtverletzte. Es kam zu insgesamt drei Karambolagen, in beiden Richtungen der Autobahn. Die Strecke wurde komplett für den Verkehr gesperrt.

Der erste Unfall ereignete sich gegen 9.30 Uhr auf der Autobahn E19 bei Zonnebeke im Nordwesten des Landes, unweit der französischen Grenze. Wenige Augenblicke später ereignete sich der zweite Unfall, dann auf der Gegenrichtung der dritte, wie die Zeitung "De Standard" berichtete. "Mehrere Minuten lang setzten sich die Kollisionen fort. Es war ein Blechschaden-Konzert", wurde ein Zeuge zitiert.

"Ich fuhr und plötzlich bin ich in eine weiße Wand geraten, eine Nebelwand", berichtete ein Autofahrer, der das Unglück unversehrt überstanden hatte, im flämischen Fernsehsender VTM.

Belgische Fernsehsender zeigten Bilder von schwer beschädigten Autos, eines davon zwischen zwei Lastwagen zerquetscht. Die Rettungskräfte wurden durch den Nebel behindert, auch die Hubschrauber kämpften mit der schlechten Sicht.

Die Zeitung "Het Laatste Nieuws" berichtete auf ihrer Webseite, die Unfallfahrzeuge reihten sich auf einer Strecke von "fast einem Kilometer" aneinander. Da an der Unfallstelle hohe Böschungen die Autobahn säumen, konnten die Fahrzeuge nicht zur Seite ausweichen.

Gouverneur Decaluwé sprach von einem "riesigen Chaos". Die Provinz setzte ihren Notfallplan in Kraft und schickte fast 400 Helfer zum Unfallort. Die Autobahn wurde in beide Richtungen gesperrt und war bis zum Nachmittag noch nicht wieder freigegeben. Entlang der Fahrbahn wurde ein Feldkrankenhaus errichtet.

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(dpa)