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Ausschreitungen in Afghanistan: Tote und Verletzte bei Angriff auf UN-Komplex

Ausschreitungen in Afghanistan : Tote und Verletzte bei Angriff auf UN-Komplex

Bei einem Angriff tausender Demonstranten auf einen Gebäudekomplex der Vereinten Nationen sind am Samstag in der nordafghanischen Stadt Kundus drei Menschen getötet und 47 verletzt worden.

Die Demonstranten versuchten, das Gebäude zu stürmen, die Polizei halte sie davon aber ab, sagte ein Polizeisprecher. Die Angaben über die Toten und Verletzten kamen von den Gesundheitsdiensten. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP sah, wie Polizisten in die Menge schossen, um die Demonstranten zu vertreiben.

Augenzeugen warfen Demonstranten zunächst Steine auf die Polizisten, die dann in die Luft und schließlich in die Menge schossen. Die Polizei schickte Verstärkung, um das UN-Büro zu schützen, wie der Polizeisprecher sagte. An mehreren Orten der Stadt stiegen Rauchsäulen auf.

Kundus liegt im Verantwortungsbereich der Bundeswehr, nahe der Stadt ist ein Bundeswehrfeldlager mit rund 1500 deutschen Soldaten. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam sagte, die Bundeswehr habe "Kenntnis" über die Vorfälle in Kundus.

Weitere Angaben konnte er zunächst nicht machen. In Afghanistan gibt es seit Dienstag gewaltsame Protestdemonstrationen, nachdem bekannt geworden war, dass US-Soldaten in Bagram Exemplare des Koran verbrannt hatten. Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen wurden mehr als 20 Menschen getötet.

(AFP)