Unfall im Loro Parque: Tierarzt schießt auf Mitarbeiter in Gorilla-Kostüm

Unfall im Loro Parque: Tierarzt schießt auf Mitarbeiter in Gorilla-Kostüm

Während einer Übung schoss ein Tierarzt im Loro Parque auf Teneriffa mit einem Betäubungsgewehr auf einen Kollegen im Gorilla-Kostüm. Weil es nicht der erste Vorfall in dem Park ist, werden Vorwürfe gegen den deutschen Parkbetreiber Wolfgang Kiessling laut.

Nachdem ein Orca-Trainer von einem Schwertwal tödlich verletzt wurde und eine weitere Mitarbeiterin beim Orca-Training einen Armbruch und eine Lungenquetschung erlitt, gerät der Freizeitpark auf der Urlaubsinsel Teneriffa erneut in die Schlagzeilen. Ein Mitarbeiter in einem Gorillakostüm wurde am Dienstag von einem Tierarzt des Parks bei einer Übung mit einem Betäubungsgewehr schwer verletzt und musste aufgrund einer intensiven allergischen Reaktion in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Der erst seit zwei Monaten im Loro Parque angestellte Tierarzt sollte den kostümierten Parkmitarbeiter für einen ausgebrochenen Gorilla halten. Der Vorfall ereignete sich während einer polizeilich begleiteten Übung, die simulieren sollte, welche Maßnahmen zu ergreifen seien, wenn ein Affe dem Park entkommt.

Vorwürfe gegen deutschen Parkbetreiber

Die verwendete Dosis des Betäubungsgewehrs sei auf ein 200-Kilogramm schweres Tier ausgelegt gewesen. Spanische Medien sprechen von einer möglichen Fahrlässigkeit des deutschen Parkbetreibers Wolfgang Kiessling. Der Zustand des Mitarbeiters sei immer noch ernst, meldet die Teneriffa-Zeitung La Opinión. Die Polizei beschlagnahmte das Gewehr und das Betäubungsmittel.

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Der Parkbetreiber handelte sich bereits im Jahr 2010 eine Strafanzeige des Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) wegen fahrlässiger Tötung eines Orca-Trainers ein, weil entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen den Vorfall hätten verhindern können. Die Hagener Staatsanwaltschaft fühlte sich jedoch nicht zuständig und verwies das WDSF an die spanische Polizei. Nach Angaben des WDSF-Geschäftsführers Jürgen Ortmüller wurde die Anzeige dort offenbar totgeschwiegen, denn er bekam nach eigenen Angaben nie eine Rückmeldung der Polizeibehörde auf Teneriffa, obwohl der Strafanzeige eine Aussage einer ehemaligen Park-Mitarbeiterin über "katastrophale Arbeitsbedingungen" beigefügt war.

Nachdem sich der Reiseveranstalter Schauinsland-Reisen auf seiner Facebook-Seite aktuell zur Bewerbung des Loro-Parque mit seinen Orca- und Delfinshows ausgesprochen hat, hagelt es derzeit Proteste von mehreren Hundert Facebook-Nutzern auf der Betreiberseite.

TUI und FTI Touristik hatten erst kürzlich sämtliche Delfin- und Orca-Show-Angebote in Kooperation mit dem WDSF weltweit aus ihrem Programm genommen.

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(ots)